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Landwirtschaftliches Bauen

Güllengrube im Bau

A - Baulicher Gewässer- und Umweltschutz

Zum Schutz der Gewässer müssen Landwirtschaftsbetriebe über genügend Lagervolumen für Mist und Gülle in vorschriftsgemässer Qualität verfügen.

 

Auf jedem Betrieb mit Nutztierhaltung müssen ausreichend Lagerkapazitäten für Hofdünger (Gülle, Silosäfte, Mist) vorhanden sein. Betriebe im Talgebiet (Tal- und Hügelzone) müssen die Gülle während mindestens 5 Monaten, im Berggebiet während mindestens 6 Monaten lagern können. Von bodenunabhängigen Betrieben wird weiterhin ein zusätzlicher Monat Lagerkapazität verlangt. Mist muss wie bis anhin in allen Gebieten während mindestens 6 Monaten gelagert werden können. Zudem muss die Dichtheit der Güllegruben periodisch überprüft werden.

Hilfsmittel

B - Bauen ausserhalb Bauzonen

Das Bundesgesetz über die Raumplanung schreibt vor, dass alle Bauvorhaben ausserhalb der Bauzonen (Landwirtschaftszone, übriges Gemeindegebiet, Schutzzonen) der zuständigen kantonalen Behörde zu unterbreiten sind. Nach Art. 25 Abs. 2 RPG entscheidet die zuständige Stelle, ob das Bauvorhaben zonenkonform ist oder ob dafür eine Ausnahmebewilligung erteilt werden kann. Zuständige Stelle ist das Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (siehe Link).

C - Umweltverträglichkeitsprüfungen bei Bauvorhaben ausserhalb der Bauzonen

Besonders zu überprüfen sind die Umweltauswirkungen von Projekten, welche eine bestimmte Grösse oder Komplexität überschreiten, wie Anlagen für die Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere.

Gemäss Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPV vom 19. Oktober 1988), Änderung vom 19. September 2008, wird neu die UVP-Pflicht über Grossvieheinheiten bei allen Tieren auf einem Betrieb berechnet (UVPV, Stand am 1. Juli 2009, SR 814.011):

 

"Anlagen für die Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere, wenn die Gesamtkapazität des Betriebs 125 Grossvieheinheiten (GVE) übersteigt. Ausgenommen sind Alpställe. Raufutter verzehrende Tiere zählen nur mit dem halben GVE-Faktor gemäss der Landwirtschaftlichen Begriffsverordnung, LBV vom 7. Dezember 1998".

 

Dabei gelten folgende GVE-Faktoren:

  • Grossvieh: 1.0, raufutterverzehrend: 0.5 
  • Mastkälber: 0.1
  • Mutterschweine: 0.45
  • Mastschweine: 0.17
  • Legehennen: 0.01
  • Mastpoulets: 0.004
  • Masttruten jeden Alters: 0.015
  • Masttruten zur Ausmast: 0.028

Ob eine UVP-Pflicht besteht, errechnet sich aus der Anzahl Tiere auf einem Betrieb, multipliziert mit dem GVE-Faktor gemäss obiger Liste. Übersteigt diese Summe 125 GVE, wird eine UVP verlangt.

Beispiel 1 für Berechnung GVE (keine UVP-Pflicht)

TierAnzahlGVE-FaktorGVE-Wert
Milchküheplätze (raufutterverzehrend)400.520
Zuchtschweineplätze500.4522.5
Mastschweineplätze3500.1759.5
Legehennenplätze20000.0120
    
TOTAL  122 keine UVP-Pflicht

Beispiel 2 für Berechnung GVE (UVP-Pflicht)

TierAnzahlGVE-FaktorGVE-Wert
Mastschweineplätze8000.17136
    
TOTAL  136 →  UVP-Pflicht

Die voraussichtlichen Auswirkungen der geplanten Anlage auf die Umwelt sind zu diesem Zweck vom Gesuchsteller in einem Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) aufzuzeigen. Aufgrund dieses UVB stellt die zuständige Bewilligungsbehörde fest, ob das Vorhaben umweltverträglich ist, d.h. ob es den geltenden Vorschriften über den Schutz der Umwelt entspricht. Diese Feststellung der Umweltverträglichkeit einer Anlage durch die Behörde wird als Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) bezeichnet (siehe Link).

D - Verwertung von häuslichem Abwasser in der Landwirtschaftszone

In einem Landwirtschaftsbetrieb mit erheblichem Rindvieh- und Schweinebestand darf das häusliche Abwasser zusammen mit der Gülle unter bestimmten Voraussetzungen landwirtschaftlich verwertet werden. Das Amt für Umwelt und Energie entscheidet über diese Art der Verwertung von häuslichem Abwasser.

 

Der Rindvieh- und Schweinebestand eines Landwirtschaftsbetriebes ist für die Befreiung vom Kanalisationsanschluss erheblich, wenn er mindestens acht Düngergrossvieheinheiten umfasst (entsprechen ca. 160 m3 Vollgülle, die im Stall anfallen müssen).


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