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Gülleverbot in Grundwasserschutzzonen - wirksame Schutzmassnahme

Bakteriologische Belastung kann mit Nutzungsbeschränkungen gesenkt werden

Beanstandungen von Trinkwasser sind meistens auf mikrobiologische Verunreinigungen zurückzuführen, beispielsweise durch den Nachweis von Darmbakterien wie Escherichia Coli oder EnterokokkenAufklapp-PfeilColibakterienDas Colibakterium (Escherichia coli, abgekürzt E. coli) ist ein säurebildendes, gram-negatives, stäbchenförmiges und peritrich begeisseltes Bakterium, das im menschlichen und tierischen Darm vorkommt und wichtige Funktionen im Immunsystem hat. Es zählt zur Familie der Enterobacteriaceae (lat. "enteron": Darm). Es gehört zu den fakultativ anaeroben Mikroorganismen und besitzt die Fähigkeit, Energie sowohl durch Atmung als auch durch gemischte Säuregärung zu gewinnen. Es dient als Indikator für die fäkale Verunreinigung von Wasser.. In solchen Fällen ist eine einfache Aufbereitung des Wassers mit UV-Licht, Ozon oder Chlor erforderlich.

 

Idealerweise soll Trinkwasser möglichst ohne Aufbereitung verwendet werden können.

 

Mit der Ausscheidung von GrundwasserschutzzonenAufklapp-PfeilGrundwasserschutzzonenGrundwasserschutzzonen bestehen aus dem Fassungsbereich (Zone S1), der Engeren Schutzzone (Zone S2) und der Weiteren Schutzzone (Zone S3). Sie sollen das Wasser von bestehenden Grundwasserfassungen vor Beeinträchtigung schützen.GewässerschutzkarteGewässerschutzkarte im Geoportal (www.geoportal.ch) wird das Wasser öffentlicher Fassungen geschützt. Die Beschränkung des Ausbringens von flüssigen Hofdüngern wie Gülle ist eine geeignete vorsorgliche Massnahme, um den Eintrag von gesundheitsgefährdenden Keimen ins Grundwasser zu verhindern.

 

Seit dem Jahr 1999 ist ein grundsätzliches Verbot für das Ausbringen von flüssigen Hofdüngern in der Zone S2 im Bundesrecht verankert. In der Zone S1 galt dies schon früher.

Beispiel: Gülleverbot bei einer Quelle

Bild vergrössern: Grafik bakteriologische Belastung vor resp. nach Güllleverbot

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Aus dem dargestellten Beispiel ist die Wirkung eines Gülleverbotes bei einer Quellfassung ersichtlich:

  • Bei der beschriebenen Quelle wurden oft massive Belastungen des Rohwassers mit Darmbakterien festgestellt. Nur Dank Aufbereitung war das Wasser geniessbar.
  • Am 25.1.2006 wurde die Schutzzone erlassen.
  • Am 23.3.2006 trat die Regelung betreffend Gülleverbot in Kraft. Diese sieht auch eine Entschädigung für den Bewirtschafter vor.
  • Im Sommer/Herbst 2006 wurden noch Darmbakterien im Grundwasser festgestellt.
  • Seit 2007 sind, abgesehen von einem Ereignis bei Starkniederschlag, keine Darmbakterien im Grundwasser mehr feststellbar. Bei Starkniederschlägen wird das Wasser dieser Quelle weiterhin verworfen.

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