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Chlorid im Grundwasser

Der natürliche Gehalt an Chlorid (Clˉ)Aufklapp-PfeilChloridEin Chlorid ist in der Anorganik ein Salz der Chlorwasserstoffsäure, besser bekannt als Salzsäure (chemische Formel: HCl). Ein Chlorid enthält in seinem Ionengitter einfach negativ geladene Chlor-Ionen Cl- (meist Chloridionen genannt). Chlorid ist ebenso die Kurzbezeichnung für das Chloridion. Bekanntestes Beispiel für ein Chlorid ist das Natriumchlorid, besser bekannt als Kochsalz (chemische Formel: NaCl). Weitere wichtige Chloride sind Ammoniumchlorid - NH4Cl, Calciumchlorid - CaCl2, Eisen(II)-chlorid - FeCl2, Eisen(III)-chlorid - FeCl3, Kaliumchlorid - KCl und Magnesiumchlorid - MgCl2.  Chloride sind im Wasser sehr gut löslich, dadurch sehr mobil und werden durch biologische Prozesse nicht beeinflusst. Sie werden weder in einer ARA noch im Gewässer abgebaut. Im Unterschied beispielsweise zu Nährstoffen werden die den Gewässern zugeführten Salzmengen unverändert bis in die Ozeane weitertransportiert. Der Chloridgehalt im atlantischen Ozean beträgt etwa 20 g pro Liter. In unseren Gewässern ist die Hintergrundkonzentration für Chloride tief. Sie werden vorwiegend durch häusliches und industrielles Abwasser und durch die Strassensalzung in die Gewässer eingetragen. Im Trinkwasser tritt ab etwa 200 mg/l ein salziger Geschmack auf.ARA (Abwasserreinigungsanlage) im Grundwasser ist im Kanton St.Gallen gering, abgesehen von der Therme Pfäfers, wo mineralisiertes Tiefengrundwasser an die Oberfläche tritt. In Gebieten mit grösserem Einfluss menschlicher Tätigkeiten sind erhöhte Werte festzustellen, wie im nördlichen Kantonsteil (Wil – Gossau) und im Jonadelta.

 

Die Zeitreihe von 2001 bis 2012 zeigt tendenziell eine Zunahme der Chloridwerte, was vor allem auf einen intensiveren Winterdienst beim Strassenunterhalt zurückzuführen sein dürfte.

Chloridwerte von Nutzungen im Einzugsgebiet abhängig

Anhand zweier Fassungen (Grundwasser- und Quellwasserfassung) im Obertoggenburg kann der Einfluss des Menschen auf den Chloridgehalt im Grundwasser gut aufgezeigt werden. Die beiden Fassungen liegen nahe beieinander (Distanz 1,5 km).

 

Die Grundwasserfassung im Talboden wird zu einem erheblichen Anteil durch infiltrierendes Thurwasser gespeist. Zudem liegt diese Fassung im Einflussbereich stark befahrener Strassen, was die starken jahreszeitlichen Schwankungen der Chloridwerte erklärt (Winterdienst). Im Weiteren werden die Wiesen in der Talebene landwirtschaftlich intensiver genutzt. All diese Faktoren führen bei der Grundwasserfassung zu höheren Chloridwerten. Dagegen stammt das Wasser der Quellwasserfassung am Hangfuss aus mehrheitlich gering genutzten Gebieten im Alpstein. Entsprechend sind die Chloridwerte hier wesentlich tiefer.

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