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Arzneimittel im Grundwasser

Medikamente

Im Jahr 2005 wurden die St.Galler Grundwasservorkommen auf Medikamente aus der Tier- und Humanmedizin untersucht. In einzelnen Proben konnten Spuren dieser Stoffe nachgewiesen werden.

Eintrag über die Landwirtschaft

In der Landwirtschaft werden vor allem in Mastbetrieben Tierarzneimittel eingesetzt. Diese Stoffe werden zum grössten Teil mit dem Urin ausgeschieden und gelangen so beim Weidegang direkt oder indirekt über die Gülle in den Boden und allenfalls in das Grundwasser.Aufklapp-PfeilGrundwasserWasser, das Hohlräume des Untergrundes (z.B. Poren, Klüfte) zusammenhängend ausfüllt und hauptsächlich der Schwerkraft und nicht den Kapillarkräften unterliegt.

Eintrag über gereinigtes Abwasser

Über 3'000 chemische Substanzen werden heute alleine in der Humanmedizin verwendet. Diese Wirkstoffe werden nach der Einnahme zu einem grossen Teil mit dem Urin ausgeschieden. Das Gleiche gilt für natürliche und synthetische Hormone. Diese Stoffe gelangen in die Kanalisation. In der Abwasserreinigungsanlage werden viele von ihnen nicht oder nur teilweise biologisch abgebaut oder an den Klärschlamm Aufklapp-PfeilKlärschlammDamit bezeichnet man den ausgefaulten bzw. auf sonstige Weise stabilisierten Schlamm aus Abwasserreinigungsanlagen.Abwasserreinigungsanlagegebunden. Der Rest gelangt in die Fliessgewässer. Durch Versickern von Flusswasser können diese Stoffe auch ins Grundwasser gelangen.

Nur wenige Stoffe im Grundwasser nachweisbar

Insgesamt wurden 77 Proben im kantonsweiten Messnetz auf Tierarzneimittel und sechs Proben bei ausgewählten Messstellen zusätzlich auf Stoffe aus der Humanmedizin untersucht. Bei 54 von 61 Messstellen konnten keine Medikamentenrückstände festgestellt werden. Von zehn untersuchten Substanzen aus der Gruppe der Sulfonamide, die vor allem in der Tiermedizin zum Einsatz kommen, konnten zwei Antibiotika in neun bzw. sechs Proben nachgewiesen werden. Die betreffenden Messstellen liegen alle im nordwestlichen Teil des Kantonsgebietes. Von den 60 analysierten Wirkstoffen aus der Humanmedizin konnten drei Stoffe im Grundwasser nachgewiesen werden. Es handelt sich dabei um ein Röntgenkontrastmittel, ein Antidepressivum und ein Antibiotikum. Die nachgewiesenen Konzentrationen sind durchwegs gering.

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