Accesskeys

Sulfat

Erhöhte SulfatgehalteAufklapp-PfeilSulfatSulfate sind Salze oder Ester der Schwefelsäure. Die salzartigen Sulfate enthalten als anionische Komponente das Sulfat-Ion (SO42-). Im allgemeinen findet man in unseren Gewässern einen Sulfatgehalt von etwa 10 bis 20 mg/l. Gips, das wasserhaltige Calciumsulfat, ist gut löslich.  Sind die Gesteine im Einzugsgebiet eines Gewässers gipshaltig, ist der Sulfatgehalt im Wasser erhöht. So beträgt die Sulfatkonzentration im Rhein bei Diepoldsau im Mittel über 50 mg/l, während der Mittwelwert in der Thur deutlich unter 10 mg/l liegt.  Sulfat kann sich aber auch als Endprodukt der Mineralisation bei der mikrobiellen Oxidation von Sulfiden, Schwefelwasserstoff oder schwefelhaltigen organischen Stoffen bilden. Daher ist in Seen öfters ein erhöhter Sulfatgehalt anzutreffen. Allerdings ist im anaeroben Milieu auch Sulfatreduktion möglich, z.B. in den Sedimenten eines Weihers oder Sees. Bei diesem Vorgang bildet sich Schwefelwasserstoffgas (H2S), das am schwefligen Geruch erkennbar ist. Industrieabwässer können ebenfalls hohe Sulfatgehalte aufweisen.anaerob im Grundwasser können eine natürliche Ursache haben, denn dieser Stoff kommt in Gesteinen wie z.B. Gips oder Rauwacke vor und kann durch Erosion in die Gewässer eingetragen werden. Die Verteilung der Sulfatkonzentrationen im Kanton St.Gallen zeigt erhöhte Werte im Sarganserland und im Rheintal. Der Rhein mit einem grossen Einzugsgebiet im Kanton Graubünden trägt viele aus Gesteinen gelöste Mineralien in feinsten Fraktionen mit. Da das Grundwasser im Rheintal zu einem erheblichen Teil vom Rhein gespeist wird, werden auch im Grundwasser erhöhte Sulfatkonzentrationen festgestellt (40 – 100 mg/l). Lokal erhöhte Werte ausserhalb des Rheintals sind auf die Gesteinszusammensetzung (Rauwacke) im Untergrund zurückzuführen. In den übrigen Gebieten des Kantons bleiben die Sulfatwerte unter 20 mg/l und somit weit unter dem Anforderungswert von 40 mg/l gemäss eidgenössischer Gewässerschutzverordnung.

Servicespalte