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Erstellung eines generellen Entwässerungsplanes (GEP)

begradigtes Flussbett mit Schwellen

Die politische Gemeinde erstellt den generellen Entwässerungsplan (GEP) und führt einen Abwasserkataster. Der GEP bedarf der Genehmigung des Baudepartementes und muss nötigenfalls angepasst werden. Er ist öffentlich zugänglich.

AbwasserAufklapp-PfeilAbwasser (Begriff)Das durch häuslichen, industriellen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch veränderte Wasser, ferner das in der Kanalisation stetig damit abfliessende Wasser sowie das von bebauten oder befestigten Flächen abfliessende Niederschlagswasser. genereller Entwässerungsplan (GEP)Aufklapp-PfeilGenereller Entwässerungsplan (GEP)Um die Anforderungen des Gewässerschutzgesetzes des Bundes zu erfüllen, müssen die Gemeinden eine generelle Entwässerungsplanung durchführen. Dabei wird in einer ersten Phase eine umfassende Zustandserhebung (z.B. Zustand der Kanalisationen, der Zustand der von der Siedlungsentwässerung betroffenen Gewässer oder auch die Menge des Fremdwassers, welches auf die ARA gelangt) durchgeführt. Anhand dieser Grundlagen wird dann für das Siedlungsgebiet ein künftiges Entwässerungskonzept festgelegt. Anschliessend wird in Machbarkeitsstudien oder Vorprojekten in einer dritten Phase die konkrete Umsetzung vorbereitet.  Der GEP enthält auch Angaben zum zeitlichen Vorgehen sowie Kostenschätzungen zu den Massnahmen. Er soll Auskunft geben, wo investiert werden soll, um mit minimalen Kosten den grössten Nutzen zu erzielen. Der GEP ist ein wichtiges Planungs- bzw. Führungsinstrument. Er bildet auch Grundlage für eine verursachergerechte Finanzierung der Abwasserentsorgung. ARA (Abwasserreinigungsanlage)Kanalisation

Im Kanton St.Gallen haben alle Gemeinden einen GEP erstellt. 

   

Detailaufgaben und Hinweise


A - Genereller Entwässerungsplan (GEP)

Neben dem qualitativen Schutz der Gewässer verlangt das Gewässerschutzgesetz auch

einen quantitativen Schutz des Wassers. Ein wesentliches Element ist dabei die Trennung von nicht verschmutztem und verschmutztem Abwasser. Durch Versickernlassen von nicht verschmutztem Abwasser wird versucht, den natürlichen Wasserkreislauf wiederherzustellen und die Abwasserreinigungsanlagen zu entlasten. Gegenüber dem früheren generellen Kanalisationsprojekt (GKP) musste daher der Umfang der Planung wesentlich erweitert werden. Neben den Abwasseranlagen (Kanäle, Abwasserreinigungsanlagen und Sonderbauwerke) sind auch der Zustand der Gewässer, Versickerungsmöglichkeiten für nicht verschmutztes Abwasser sowie das Fernhalten von Fremdwasser in die generelle Planung einzubeziehen. Aufgrund der Lebensdauer von Kanalisationssystemen - etwa 70 Jahre - ist eine generelle Planung notwendig, um eine Überalterung der Anlagen zu vermeiden. Ohne Zustandsaufnahme besteht die Gefahr schwerwiegender technischer, ökologischer und finanzieller Folgen.

B - Mindestinhalt des GEP

Der GEP legt mindestens fest:

 

  • die Gebiete, für die öffentliche Kanalisationen zu erstellen sind;
  • die Gebiete, in denen das von bebauten oder befestigten Flächen abfliessende Niederschlagswasser getrennt vom anderen Abwasser zu beseitigen ist;
  • die Gebiete, in denen nicht verschmutztes Abwasser versickern zu lassen ist;
  • die Gebiete, in denen nicht verschmutztes Abwasser in ein oberirdisches Gewässer einzuleiten ist;
  • die Massnahmen, mit denen nicht verschmutztes Abwasser, das stetig anfällt, von der zentralen Abwasserreinigungsanlage fernzuhalten ist;
  • wo mit welchem Behandlungssystem und mit welcher Kapazität zentrale Abwasserreinigungsanlagen zu erstellen sind;
  • die Gebiete, in denen andere Systeme als zentrale Abwasserreinigungsanlagen anzuwenden sind, und wie das Abwasser in diesen Gebieten zu beseitigen ist.

C – Nachführung des GEP: Neues Musterpflichtenheft

In der Zwischenzeit sind ältere Planungsgrundlagen nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Es stellt sich deshalb die Frage, wie der GEP aktualisiert und den neuen Erkenntnissen und Anforderungen im Gewässerschutz angepasst werden soll. Der Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) hat zu diesem Zweck ein Musterpflichtenheft für den GEP erarbeitet, das konkrete Empfehlungen für die Nachführung gibt. Wesentliche Änderungen zum Erst-GEP sind zum Beispiel:

  • Für die GEP-Nachführung wird zukünftig die ARA-einzugsgebietsorientierte Betrachtung zentral sein. So sollen z.B. die kommunalen Entwässerungskonzepte vom Verband besser abgestimmt und in ein Verbandskonzept einfliessen.
  • Das Musterpflichtenheft unterbreitet auch Vorschläge für eine einheitliche Erfassung, Abbildung und Strukturierung der Daten auf Gemeindeebene durch klare Vorgaben im Verbands-GEP.
  • Ein weiterer wichtiger Verbesserungsvorschlag betrifft die ökologischen Auswirkungen der Strassenentwässerung sowie von Mischwasserentlastungen aus dem Kanalnetz auf die Gewässer.
  • Zu den bisherigen Schwachstellen gehört insbesondere die fehlende Erfassung der privaten Abwasserleitungen. Nach der vielerorts erfolgen Sanierung des öffentlichen Kanalisationsnetzes geht die Gefährdung für das Grundwasser heute primär von undichten Hausanschlüssen aus. Da die Gemeinden für die Kontrolle des Unterhalts und Betriebs sämtlicher Abwasseranlagen zuständig sind, sollten die kommunalen GEP entsprechend ergänzt werden.


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