Accesskeys

Siedlungsentwässerung / GEP

ARA: Klärbecken

Wasser gehört zweifellos zu unseren wichtigsten Ressourcen. Wir nutzen es tagtäglich auf vielfältige Weise: für die Toilettenspülung, zum Baden und Duschen, Kochen und Trinken, Waschen oder auch zur Gartenbewässerung. Das Wasser, das wir brauchen, wird dabei mehr oder weniger stark verschmutzt: Es wird zum AbwasserAufklapp-PfeilAbwasser (Begriff)Das durch häuslichen, industriellen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch veränderte Wasser, ferner das in der Kanalisation stetig damit abfliessende Wasser sowie das von bebauten oder befestigten Flächen abfliessende Niederschlagswasser., welches gewässerschutzkonform behandelt werden muss.

3000 Kilometer Kanalisationsleitungen

In den Haushaltungen fallen pro Person und Tag durchschnittlich 160 Liter AbwasserAufklapp-PfeilAbwasser (verschmutzt)Abwasser, das ein Gewässer, in das es gelangt, verunreinigen kann. Verschmutztes Abwasser muss behandelt werden. Man darf es nur mit Bewilligung der kantonalen Behörden in ein Gewässer einleiten oder versickern lassen. an, davon allein für die WC-Spülung 48 Liter! Zählt man den Wasserverbrauch von Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft dazu, so kommt man im Kanton St.Gallen auf einen Durchschnittswert von etwa 350 Liter Wasser pro Kopf und Tag.

 

Das verschmutzte Wasser summiert sich zusammen mit den über die KanalisationAufklapp-PfeilKanalisationen, öffentlicher Bereich Der Bereich öffentlicher Kanalisationen umfasst Bauzonen, weitere Gebiete, sobald für sie eine Kanalisation erstellt worden ist sowie weitere Gebiete, in welchen der Anschluss an die Kanalisation zweckmässig und zumutbar ist (vgl. Art. 11 Abs. 2 GSchG). Der Anschluss von verschmutztem Abwasser an die öffentliche Kanalisation ausserhalb von Bauzonen ist zweckmässig, wenn er sich einwandfrei und mit normalem baulichem Aufwand herstellen lässt. Er gilt als zumutbar, wenn die Kosten des Anschlusses diejenigen für vergleichbare Anschlüsse innerhalb der Bauzone nicht wesentlich überschreiten (vgl. Art. 12 Abs. 1 GSchV). Die finanzielle Zumutbarkeit eines Kanalisationsanschlusses wird üblicherweise mit dem Einwohnergleichwert (EGW), d.h. der potentiellen Nutzbarkeit der zur Verfügung stehenden Wohnräume, berechnet. Die Beurteilung der Kosten des Anschlusses an die öffentliche Kanalisation ausserhalb der Bauzone i.S.v. Art. 12 Abs. 1 lit. b GSchV erfordert die Berücksichtigung aller tatsächlich vom betroffenen Eigentümer zu tragenden Kosten. Es rechtfertigt sich deshalb, die Anschlussbeiträge in der gleichen Weise zu berücksichtigen, wie die übrigen Anschlusskosten.vgl. Art. 11 Abs. 2 GSchGvgl. Art. 12 Abs. 1 GSchVvgl. BGE 115 Ib 28ff.vgl. BGE 132 II 515 (=Praxis 96 [2007] Nr. 114) abgeleiteten Niederschlägen (inkl. Strassenabwasser) auf jährlich rund 90 Mio. Kubikmeter Abwasser allein im Kanton St.Gallen. Über 3000 Kilometer Kanalisationsleitungen leiten die Abwässer zu den heute 42 Abwasserreinigungsanlagen (ARA)Aufklapp-PfeilAbwasserreinigungsanlage (ARA)Jede Art von Anlage, in der verschmutztes Abwasser behandelt wird, wie zentrale und industrielle Abwasserreinigungsanlagen mit ihren Anlagen zur Klärschlammverwertung und -beseitigung, Kleinkläranlagen (KLARA), Anlagen zur Vorbehandlung des Abwassers.Klärschlamm im Kanton.

Entwässerungsgrundsätze des Kantons

Ein wichtiges Ziel der heutigen Entwässerung ist es, das Regenwasser im Siedlungsgebiet wo möglich versickern zu lassen. Oftmals sind auch Rückhaltemassnahmen (Retention)Aufklapp-PfeilRetentionMit Retention bezeichnet man das Zurückhalten, Speichern und gedrosseltes Weiterleiten des Regenwassers. sinnvoll. An vielen Orten gelangt auch nicht verschmutztes Wasser (Fremdwasser) über Brunnen, Bäche, Sickerleitungen oder durch Grundwassereintritt in die Kanalisation und belastet die ARA unnötigerweise zusätzlich. Ein weiteres Problem der Siedlungsentwässerung stellen undichte Leitungen dar, durch welche verschmutztes Abwasser in den Untergrund und damit auch ins GrundwasserAufklapp-PfeilGrundwasserWasser, das Hohlräume des Untergrundes (z.B. Poren, Klüfte) zusammenhängend ausfüllt und hauptsächlich der Schwerkraft und nicht den Kapillarkräften unterliegt. gelangen kann.

Entwässerungspläne der Gemeinden

In den Generellen Entwässerungsplänen (GEP)Aufklapp-PfeilGenereller Entwässerungsplan (GEP)Um die Anforderungen des Gewässerschutzgesetzes des Bundes zu erfüllen, müssen die Gemeinden eine generelle Entwässerungsplanung durchführen. Dabei wird in einer ersten Phase eine umfassende Zustandserhebung (z.B. Zustand der Kanalisationen, der Zustand der von der Siedlungsentwässerung betroffenen Gewässer oder auch die Menge des Fremdwassers, welches auf die ARA gelangt) durchgeführt. Anhand dieser Grundlagen wird dann für das Siedlungsgebiet ein künftiges Entwässerungskonzept festgelegt. Anschliessend wird in Machbarkeitsstudien oder Vorprojekten in einer dritten Phase die konkrete Umsetzung vorbereitet.  Der GEP enthält auch Angaben zum zeitlichen Vorgehen sowie Kostenschätzungen zu den Massnahmen. Er soll Auskunft geben, wo investiert werden soll, um mit minimalen Kosten den grössten Nutzen zu erzielen. Der GEP ist ein wichtiges Planungs- bzw. Führungsinstrument. Er bildet auch Grundlage für eine verursachergerechte Finanzierung der Abwasserentsorgung. ARA (Abwasserreinigungsanlage)Kanalisation der Gemeinden und Abwasserverbänden wurden die Fragen um Retention und Versickerung bzw. Ableitung des Regenwassers, Elimination von Fremdwasser, Zustand der Kanalisation und der Gewässer etc. aufgearbeitet. Gestützt auf diese Grundlagen wurden entsprechende Entwässerungspläne erstellt.

 

Servicespalte