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Klärschlamm

Klärschlamm-Stapelbehälter

In den öffentlichen ARA im Kanton St.Gallen entstehen jährlich etwa 275 000 m3 ausgefaulter KlärschlammAufklapp-PfeilKlärschlammDamit bezeichnet man den ausgefaulten bzw. auf sonstige Weise stabilisierten Schlamm aus Abwasserreinigungsanlagen.Abwasserreinigungsanlage.

Dieser wird in 18 Entwässerungsanlagen und vier Trocknungsanlagen aufbereitet. Der Prozess ist aufwändig und teuer. Jährlich fallen etwa 12'000 Tonnen Trockensubstanz an (vgl. Klärschlamm-Stoffflüsse 2017). Neben Pflanzennährstoffen wie PhosphorAufklapp-PfeilPhosphor (P)Phosphor ist eines der Grundelemente der organischen Chemie und als Mineralstoff Baustein jedes lebenden Organismus.  In der Natur kommt Phosphor ausschliesslich in gebundener Form, das heisst nicht gediegen, meist in Form der Phosphate in der Erdkruste vor. Von den weltweit jährlich geförderten etwa 100 Millionen Tonnen an Rohphosphaten werden etwa 90 % zur Herstellung von Düngemitteln verwendet.Phosphat und StickstoffAufklapp-PfeilStickstoff (N)Molekularer Stickstoff ist ein Hauptbestandteil der Luft. Er ist in der Umwelt ein wichtiger Dünger, der durch Luftstickstoffbindung (vor allem durch Knöllchenbakterien in Wurzeln von Leguminosen) auf natürlichem Wege im Humus angereichert wird. In atomarer Form ist er als Baustein der Proteine ein wichtiges Hauptnährelement aller Organismen. Stickstoff ist ein zentrales Element im Stoffhaushalt der Ökosysteme und wurde, da es in Mineralien relativ selten auftritt, auf der Erdoberfläche und im Wasser fast ausschliesslich biotisch angereichert.  In der Erdatmosphäre sind 75,5 Massen-Prozent oder 78,7 Volumen-Prozent Stickstoff enthalten. In der Erdkruste kommt Stickstoff nur zu 0,03 % vor. Stickstoffhaltige Mineralien sind relativ selten.  In der Natur gibt es zahlreiche wichtige organische Stickstoffverbindungen, wie beispielsweise Eiweisse und Nukleinsäuren. In Form der anorganischen Nitrate und Ammoniumverbindungen erfolgt die Aufnahme bei Pflanzen über die Wurzeln. Umgekehrt werden beim Abbau organischen Materials (beispielsweise durch Verwesung) diese Verbindungen wieder frei gesetzt und stehen dem Stoffkreislauf wieder zur Verfügung (Stickstoffkreislauf). AmmoniumDüngerNitrat enthält der Klärschlamm auch Schwermetalle, Krankheitserreger und organische Schadstoffe aus Industrie, Gewerbe und Privathaushalten.

Klärschlamm ist kein Dünger - enthält aber grosse Mengen Phosphor

Heute darf in der Schweiz Klärschlamm nicht mehr als Dünger verwendet werden. Er wird in Kehricht- und Schlammverbrennungsanlagen verbrannt und in Zementwerken als Brennstoff genutzt. Klärschlamm wird weiterhin regelmässig auf Schadstoffe untersucht. Ein erhöhter Gehalt unerwünschter Stoffe liefert wertvolle Hinweise über mögliche Emittenten im Einzugsgebiet einer ARA und den Eintrag von Schadstoffen in den VorfluterAufklapp-PfeilVorfluterAls Vorfluter wird ein Gewässer bezeichnet, in das eine (bewilligte) Einleitung von Wässern (Abwasser, Drainagewasser) erfolgen kann. Natürliche Vorfluter sind offene Fliessgewässer, welche Wasser aus anderen Gewässern, aus Grundwasserkörpern oder aus Abflusssystemen aufnehmen..

Im Klärschlamm sind grosse Mengen Phosphor gebunden, die heute nicht genutzt werden. Die neue Verordnung über die Vermeidung und Entsorgung von Abfällen (VVEA) verlangt nun, dass spätestens ab 1. Januar 2026 der Phospohr im Abwasser zurückgewonnen werden muss.

Klärschlamm entsorgen - Eigenverantwortung bewährt sich

Die Regierung hat den Klärschlamm-Entsorgungsplan 2012 erlassen.

 

Im Kanton St.Gallen erfolgt die Behandlung und Verwertung von Klärschlamm geordnet
und gesetzeskonform. Die hauptsächlichen Entsorger von Klärschlamm arbeiten eng und
gut organisiert zusammen. Transport und Verbrennungskapazitäten sind aufeinander abgestimmt. Dies zeigt der Klärschlamm-Entsorgungsplan des Jahres 2012; er ersetzt das Klärschlamm-Konzept 94. Die Regierung hat den Klärschlamm-Entsorgungsplan 2012 im April 2013 erlassen.

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