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Energie bei ARA

ARA verbrauchen Energie

Gasmotor zur Stromgewinnung

Im Jahr 2016 verbrauchten im Kanton St.Gallen alle ARA zusammen 30,6 Gigawattstunden (GWh) Elektrizität. Dies entspricht etwa einem Prozent des gesamten Stromverbrauchs im Kanton St.Gallen oder dem Strombedarf von rund 7'000 Einfamilienhäusern. Gut 50 Prozent davon werden im Mittel für die biologische Reinigung verbraucht.

 

Gegenüber dem Jahr 2007 sank im Jahr 2016 der Stromverbrauch in den St.Galler ARA um gut 10 Prozent. Viele ARA - vor allem grosse ARA - haben in den letzten Jahren mit umfassenden Energieanalysen ihre Energieeffizienz überprüft und Massnahmen teilweise schon umgesetzt.

… und produzieren Energie

Durch die Faulung des Klärschlamms  konnten die St.Galler ARA im Jahr 2016 rund  11,9 Millionen Kubikmeter Klärgas gewinnen. Mit diesem Gas wurden in Blockheizkraftwerken (BHKW) oder in Mikrogasturbinen neben Wärme auch 22,8 GWh Elektrizität produziert. Dies entspricht im Vergleich zum 2007 einer Steigerung der gesamten Stromproduktion von 90 Prozent.

 

Im Jahr 2016 betrieben 32 Abwasserreinigungsanlagen insgesamt 48 BHKW; davon waren 41 Gasmotoren und 7 Mikrogasturbinen. Das erste BHKW wurde 1981 auf der ARA Stein in Betrieb genommen. Eine ARA (ARA Buchs) hat im letzten Jahr ihr anfallendes Klärgas nach einer Aufbereitungsanlage in das Erdgasnetz eingespiesen.

 

Der Eigenversorgungsgrad für Elektrizität lag im Jahr 2016 über alle ARA im Kanton bei 76 Prozent. Für die einzelnen ARA schwankt er − je nach Rahmenbedingungen − zwischen 12 und 213 Prozent.

Es liegt noch mehr drin…

Vergleicht man den heutigen Stromverbrauch jeder ARA mit Richtwerten des VSA (Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute), lässt sich für ARA > 2'000 EW zusammen ein theoretisches Einsparpotenzial von etwa 15 Prozent errechnen. Dieses beträgt noch 5 Prozent, wenn für die Beseitigung von Mikroverunreinigungen in Zukunft mehr Strom benötigt wird.

 

Die Stromproduktion liesse sich 5 Prozent steigern, wenn auf allen ARA die Faulung des Klärschlamms und die Verstromung des Klärgases in BHKW oder Mikrogasturbinen optimal erfolgte. Nicht alle Anlagen haben jedoch die Voraussetzungen um die Richtwerte erreichen zu können.

 

Um den Zielen einer nachhaltigen Energiepolitik nachzuleben sind auch die ARA gefordert, ihre Energieeffizienz zu steigern und die Produktion erneuerbarer Energien zu verstärken. Die Umsetzung geeigneter Massnahmen kann teilweise finanziell gefördert werden.

Auszeichnung für energiebewusste ARA

Der Verband Schweizer Gewässerschutz- und Abwasserfachleute VSA und der Verein InfraWatt vergeben die «Médaille d’eau» alle fünf Jahre an besonders energieeffiziente Kläranlagen. Im Jahr 2013 erhielten in der ganzen Schweiz 24 Anlagen diese Auszeichnung. Davon gingen vier an St.Galler ARA. Es sind dies der Abwasserverband Altenrhein (AVA), der Abwasserverband Morgental in Steinach (AVM) und die beiden ARA der Stadt St.Gallen.

Energie-Grossverbraucher

Das Energiegesetz des Kantons St.Gallen verlangt von sogenannten Energie-Grossverbrauchern, dass sie die Energieeffizienz mit wirtschaftlich zumutbaren Massnahmen steigern (Art. 18 bis 20 Energiegesetz [sGs 741.1]).

Als Grossverbraucher gilt, wer jährlich Wärme von mehr als 5 Gigawattstunden oder jährlich Strom von mehr als 0,5 Gigawattstunden bezieht.

Im Kanton St.Gallen sind von den 42 ARA der öffentlichen Hand 14 Grossverbraucher. Diese müssen ihre Energieeffizienz analysieren und geplante Optimierungsmassnahmen in das vorbereitete Formular übertragen, unterschreiben und dem AFU zustellen.

Ziel im Kanton St.Gallen ist es, bis Ende 2017 im Durchschnitt eine Effizienzsteigerung von 15 Prozent zu erreichen.

 

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