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Blick in die Zukunft

Werte erhalten

Rohrbruch (Aufnahme Kanalfernsehen)

Die Kläranlagen und Kanalisationen haben einen grossen volkswirtschaftlichen Wert. Um diesen zu erhalten, sind Sanierungskonzepte und Finanzierungsplanungen erforderlich. Erhebungen während der Erarbeitung der Generellen Entwässerungspläne (GEP)Aufklapp-PfeilGenereller Entwässerungsplan (GEP)Um die Anforderungen des Gewässerschutzgesetzes des Bundes zu erfüllen, müssen die Gemeinden eine generelle Entwässerungsplanung durchführen. Dabei wird in einer ersten Phase eine umfassende Zustandserhebung (z.B. Zustand der Kanalisationen, der Zustand der von der Siedlungsentwässerung betroffenen Gewässer oder auch die Menge des Fremdwassers, welches auf die ARA gelangt) durchgeführt. Anhand dieser Grundlagen wird dann für das Siedlungsgebiet ein künftiges Entwässerungskonzept festgelegt. Anschliessend wird in Machbarkeitsstudien oder Vorprojekten in einer dritten Phase die konkrete Umsetzung vorbereitet.  Der GEP enthält auch Angaben zum zeitlichen Vorgehen sowie Kostenschätzungen zu den Massnahmen. Er soll Auskunft geben, wo investiert werden soll, um mit minimalen Kosten den grössten Nutzen zu erzielen. Der GEP ist ein wichtiges Planungs- bzw. Führungsinstrument. Er bildet auch Grundlage für eine verursachergerechte Finanzierung der Abwasserentsorgung. ARA (Abwasserreinigungsanlage)Kanalisation haben beispielsweise gezeigt, dass etwa ein Viertel der öffentlichen Abwasserkanäle sanierungsbedürftig ist.

Kostendruck steigt

Es wird erwartet, dass eine ARA kostengünstig betrieben wird. Nachdem der Bund seit dem 1.11.1997 keine Subventionen für bauliche Massnahmen an Abwasseranlagen mehr ausrichtet, steigt der wirtschaftliche Druck. Durch regionale Zusammenarbeit oder Zusammenschlüsse von Anlagen können Synergien genutzt und Kosten gesenkt werden.

Professionalisierung wird immer wichtiger

Eine moderne ARA ist ein komplexer Betrieb und erfordert gut ausgebildetes und kompetentes Personal. Dieses ist dafür verantwortlich, dass rund um die Uhr eine stabile und gute Abwasserreinigung gewährleistet ist. Ausserdem gilt es, die Klärschlammverarbeitung optimal zu gestalten, die Regenbecken und Kanalnetze zu bewirtschaften und den Energieverbrauch zu optimieren.

Veränderungen durch das Klima

Durch den Klimawandel verändert sich der Wasserhaushalt, indem extreme Niederschläge zunehmen und im Sommer mit längeren Trockenperioden zu rechnen ist. Dadurch erhöhen sich die Anforderungen an einen optimalen Betrieb der Abwasserreinigungsanlagen. Die Wechsel von kurzzeitig hohem Wasseranfall und längeren Perioden mit geringer Frischwasserzufuhr erschweren die Lebensbedingungen in den Gewässern.

Mikroverunreinigungen als neue Herausforderung im Gewässerschutz

Viele Industrie- und Haushaltchemikalien, aber auch Pflanzenbehandlungsmittel, zahlreiche Arzneimittel und synthetische Hormone werden in einer konventionellen ARA nicht oder nur schlecht biologisch abgebaut. Oft findet man sie – wenn auch nur in sehr geringen Konzentrationen als sogenannte MikroverunreinigungenAufklapp-PfeilMikroverunreinigungenStoffe wie Medikamente und Hormone, Pestizide, aber auch gewisse Industriechemikalien können in unseren Gewässern im Spurenbereich, d.h. in sehr tiefen Konzentrationen festgestellt werden (Mikrogramm bis zu Nanogramm pro Liter, d.h. Millionstel bis zu Milliardstel Gramm pro Liter). Sie werden unter dem Begriff "Mikroverunreinigungen" zusammengefasst und sind meist biologisch nur schwer oder nicht abbaubar. Ihre Bestimmung ist aufwändig und wird nicht routinemässig durchgeführt. – in den Gewässern wieder. Zahlreiche dieser Stoffe können sich auf die Gewässerlebewesen nachteilig auswirken. Aus Sicht der Trinkwassergewinnung sind sie ebenfalls unerwünscht. Der Bund will deshalb den Eintrag von Mikroverunreinigungen in die Gewässer verringern. Dazu sollen in der Schweiz 100 bis 120 ARA mit zusätzlichen Behandlungsstufen ausgerüstet werden. Im Kanton St.Gallen sind etwa zehn ARA betroffen.

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