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Mobilfunk: Wohin mit den Antennen?

Mobilfunkantenne auf einem Hausdach

Weltweit schätzen es mittlerweile mehr als 200 Millionen Menschen, vom normalen Telefonnetz mit seinen ortsfesten Anschlüssen unabhängig zu sein. Wie jede Technik ist auch die Mobiltelefonie nicht zum "Nulltarif" zu haben. Ein immer dichteres Netz von Antennen ist der Preis, den man dafür zu zahlen hat. Immer mehr Menschen wollen jederzeit und überall erreichbar sein.

Verdichtung der Funknetze

In der Schweiz beschert die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes den Bewilligungsbehörden von Gemeinden und Kantonen eine Flut von Baugesuchen für neue MobilfunkantennenAufklapp-PfeilMobilfunkMobilfunk ist die Sammelbezeichnung für den Betrieb von beweglichen Funkgeräten. Darunter fallen vor allem tragbare Telefone, (Mobiltelefone) und in Fahrzeuge eingebaute Wechselsprechgeräte (z.B. Taxifunk). Es existieren jedoch viele weitere Anwendungsbereiche, wie zum Beispiel mobile Datenerfassung, Funkrufdienste, Telemetrie, See- und Binnenschifffahrtfunkdienste, CB- und Amateurfunk, die nicht ortsgebunden sind. Der Mobilfunk fand vor allem durch die GSM-Netze für Handys Mitte der 1990er Jahre starke Verbreitung. Diskutiert werden mögliche Gesundheitsschäden durch die elektromagnetischen Wellen der Mobiltelefone und Mobilfunksender. Elektromagnetische Strahlung. Die drei Mobilfunk-Betreiber (Swisscom, Sunrise und Orange) verdichten ihre Netze stetig. Die Unternehmen sind gemäss Fernmeldegesetz verpflichtet, die schweizerische Wohnbevölkerung mit ihrem eigenen Mobilfunknetz abzudecken. Die neuen Netze und der beschleunigte Ausbau der Swisscom-Infrastruktur (sie betreibt heute schon rund 2500 Basisstationen) erfordern den Bau von mehreren hundert Basisstationen.

 

... und der Widerstand

Die drei Anbieter stossen dabei auf Widerstand von Anwohnern, die durch die elektromagnetische StrahlungAufklapp-PfeilElektromagnetische StrahlungElektromagnetische Strahlung kennen wir in unserer natürlichen und technischen Umwelt in verschiedenen Formen: Sichtbares Licht, UV-, Röntgen- und Wärmestrahlung gehören ebenso zum elektromagnetischen Spektrum wie Radio- und Mikrowellen und die elektrischen und magnetischen Felder von Eisenbahnen und der Stromversorgung. Physikalisch unterscheiden sich diese verschiedenen Strahlungen nur durch ihre Frequenz. Elektromagnetische Strahlung wird unterteilt in ionisierende Strahlung und nicht nichtionisierende Strahlung.NIS (nicht ionisierende Strahlung) der Sendeantennen ihre Gesundheit bedroht sehen oder eine Verschandelung des Orts- und Landschaftsbildes befürchten.

 

Verordnung und Empfehlungen beachten

Mit der NIS-Verordnung hat der Bund einen Rahmen gesetzt, damit Projekte wie beispielsweise neue Basisstationen in der ganzen Schweiz nach einheitlichen Kriterien und Verfahren beurteilt werden können. Zudem hat der Bund Empfehlungen veröffentlicht, wie die Strahlung von Mobilfunkantennen vor dem Bau zu prognostizieren ist und wie sie nach dem Bau kontrolliert werden soll. Zuständig für die Baubewilligung und die Beurteilung der NIS-Immissionen sind jedoch in der Regel die Gemeinden. Für eine Baubewilligung ausserhalb Bauzonen braucht es im Kanton St.Gallen die Zustimmung des Amtes für Raumentwicklung und Geoinformation. Das Amt für Umwelt und Energie (AFU) bietet zusätzlich seine Dienste an, und zwar als Begutachter und Berater.

 

Einsprachen bei der Gemeinde

Baugesuche für die Errichtung von neuen Mobilfunkantennen müssen von der Standortgemeinde während 14 Tagen öffentlich aufgelegt werden. Im Rahmen dieser öffentlichen Auflage können Anwohnerinnen und Anwohner, die ein eigenes schutzwürdiges Interesse haben, beim Gemeinderat Einsprache erheben.

 

Handy - Strahlenquelle direkt am Kopf

Handy am Ohr einer telefonierenden Frau

Ausser Acht gelassen wird meist, dass der Mensch durch den Gebrauch des Handys einer stärkeren Strahlung ausgesetzt ist als durch einen in der Nachbarschaft stehenden Sender. Zwar strahlt das Handy eine geringere Leistung ab als eine Sendeantenne, dafür befindet es sich aber direkt am Kopf.

 

Wenn sich die Diskussion in der Schweiz derzeit in erster Linie um die Sendeanlagen dreht, so liegen die Gründe auf der Hand: Wie man mit dem Handy umgeht, bleibt jedem selbst überlassen. Ein Sendemast in Sichtweite der eigenen Wohnung wirkt hingegen um einiges bedrohlicher als das kleine Handy mit seiner geschickt verpackten Technik. Das Gleiche gilt aber auch für den Radiowecker neben dem Kopfkissen . . .

 

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