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Erdwärmesonden

Bohrmaschine für Erdwärmesonde

Die Nutzung von Erdwärme mit Erdwärmesonden (untiefe Geothermie) hat in den vergangenen zehn Jahren spürbar zugenommen. Bis 2050 wird gar eine Verzehnfachung der entzogenen Wärmemenge prognostiziert. Da diese Eingriffe in den Untergrund auch Auswirkungen auf das Grundwasser haben können, benötigt jedes Vorhaben eine gewässerschutzrechtliche Bewilligung des Kantons.

Erdwärme bewirtschaften mit Regeneration

Die Erdwärme zählt zu den erneuerbaren Energien. Das Gesamtangebot in der Schweiz kann langfristig den erwarteten Bedarf decken. Mit einem Vorbehalt: Die Konkurrenz durch andere, nahe gelegenen Erdwärmesonden reduziert die Grundtemperatur. Hauptsächlich fliesst die benötigte Wärme seitlich zur Erdwärmesonde und im Baugebiet reicht der natürliche Wärmezufluss nicht für alle. Darum wird künftig die Regeneration durch Zufuhr von Wärme für viele Erdwärmenutzer ein Thema. In Gebieten mit einer hohen Dichte an Erdwärmesonden sollte die Regeneration von Beginn an erstellt werden. Zumindest aber sind Anlagen so zu planen, dass eine Nachrüstung problemlos möglich ist. So funktioniert die Heizung langfristig und ökologisch.

 

Wichtige Informationen und Hintergründe finden Sie über nachstehenden Link auf der Homepage Optimierung von Erdwärmesonden, ein Projekt der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Winterthur.

Erdwärmesondenkarte (ESK)

Die Erdwärmesondenkarte zeigt, in welchen Gebieten Erdwärmesonden zulässig, nur bedingt zulässig oder nicht zulässig sind. Die Karte stellt eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Bauherrschaft, Planer und Gemeinden dar bei der Wahl der Wärmegewinnung. Sie wird bei Vorliegen neuer Kenntnisse laufend angepasst.

Qualitätssicherung durch standardisierte hydrogeologische Berichte

Für Erdwärmesonden mit mehr als 250 m Länge (gelber Bereich) und für den bedingt zulässigen Bereich (braun), muss zusammen mit dem Gesuch eine hydrogeologische Vorabklärung eingereicht werden.

 

Um die örtlichen Gegebenheiten bei solchen Projekten zu beurteilen, stellt das AWE dem beauftragten Geologen Vorlagen für standardisierte Berichte als Checklisten zur Verfügung (Berichtvorlage siehe unten).

Bohrschlamm korrekt entsorgen

Die gesetzlich korrekte Entsorgung des Bohrschlamms und des Abwassers ist ein verbindlicher Bestandteil der gewässerschutzrechtlichen Bewilligung. Das Einleiten von Abwasser in Gewässer oder die direkte Versickerung ins Grundwasser sind nicht zulässig. Für das Einleiten von Abwasser in die Kanalisation ist die Zustimmung der Gemeinde erforderlich. Sowohl für die Einleitung in die Kanalisation wie auch für die Versickerung über eine bewachsene Bodenschicht darf der Grenzwert von 5 ml Feststoff pro Liter nach einer Absetzzeit von 30 Minuten (Imhoff-Trichter) nicht überschritten werden.

 

Es ist verboten, Bohrschlamm in die Kanalisation oder direkt in ein Oberflächengewässer einzuleiten oder auf landwirtschaftlichen Flächen auszubringen.

Vollzugshilfe des BAFU und des SIA

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat zur Umsetzung der Gewässerschutzgesetzgebung die Vollzugshilfe "Wärmenutzung aus Boden und Untergrund" (BAFU 10/09) veröffentlicht. Diese Publikation (Link siehe unten) befasst sich mit den Anforderungen des Gewässerschutzes an Anlagen, die Wärme aus dem Untergrund nutzen und richtet sich an Behörden und Fachleute.

 

Der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein (SIA) hat die Norm 384/6 Erdwärmesonden herausgegeben. Die Norm ist massgebend für die Planung, Ausführung und den Betrieb von Erdwärmesonden (Link siehe unten).

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