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Wärmeschutz bei Neubauten

Begriff der Neubaute

Mehrfamilienhaus im Rohbau

Als Neubaute gilt zunächst jedes von Grund auf neu erstellte Gebäude. Wird ein bestehendes Gebäude durch eine Anbaute oder eine Aufbaute erweitert (Vergrösserunge Gebäudevolumen) , gilt der neue Gebäudeteil ebenfalls als Neubaute (z.B. Anbau einer verglasten Wohnfläche, Aufstockung). Dasselbe gilt für neubauartige Umbauten. Darunter fallen Auskernungen bestehender Bauten mit anschliessendem Ausbau.

Höchstanteil an nicht erneuerbaren Energien

In Neubauten darf höchstens 80 Prozent des zulässigen Energiebedarfs für Heizung und Warmwasser mit nicht erneuerbaren Energien gedeckt sein. Für die Berechnung gilt diejenige Energie, die einer Baute aus dem Elektritzitätsnetz zugeführt wird, als nicht erneuerbar. Zudem wird diejenige Elektrizität, die einer Baute zu Heizzwecken zugeführt wird, doppelt gewichtet (vgl. auch Vollzugshilfe EN-1, Höchstanteil an nicht erneuerbaren Energien bei Neubauten der Konferenz kantonaler Energiefachstellen).

Standardlösungen (Art. 5 EnV)

Der Höchstanteil an nicht erneuerbaren Energien für Neubauten ist eingehalten, wenn eine von elf Standardlösungen gewählt wird:

  

  1.   verbesserte Wärmedämmung

  2.   verbesserte Wärmedämmung und Komfortlüftung

  3.   verbesserte Wärmedämmung und Solaranlage

  4.   Holzfeuerung, Solaranlage

  5.   automatische Holzfeuerung

  6.   Wärmepumpe mit Erdsonde oder Wasser

  7.   Wärmepumpe mit Aussenluft

  8.   Komfortlüftung und Solaranlage

  9.   Solaranlage

10.   Abwärme

11.   Wärmekraftkopplung

 

Die Wahl einer Standardlösung hat den Vorteil, dass der Nachweis nicht rechnerisch erbracht werden muss, wie dies bei der Wahl einer massgeschneiderten Lösung der Fall wäre.


Keine Standardlösung mit Widerstandsheizung

Die Standardlösungen dürfen nicht mit elektrischen Widerstandsheizungen kombiniert werden. Der Einsatz von solchen Anlagen ist infolge der bei der Stromproduktion resultierenden Umwandlungsverluste sowie der Übertragungs- und Verteilverluste aus energetischer Sicht nicht sinnvoll.

 

Ausnahmen von der Anforderung, den Energiebedarf zu höchstens 80 Prozent mit nicht erneuerbaren Energien zu decken (Art. 6 EnV)

Bei geringen Erweiterungen von bestehenden Bauten besteht für die Anwendung der Standardlösungen praktisch eine starke Einschränkung, weil die neugeschaffenen Räume in der Regel durch die bereits vorhandene Heizungsanlage beheizt werden. Beträgt die neugeschaffene Energiebezugsfläche weniger als 50 m², muss die Vorschrift über den Höchstanteil an nicht erneuerbaren Energien folglich nicht eingehalten werden. Dasselbe gilt, wenn die Energiebezugsfläche höchstens 20 Prozent der Energiebezugsfläche des bestehenden Gebäudeteiles und zudem nicht mehr als 1000 m² beträgt. Im Gegensatz dazu fallen neubauartige Umbauten nicht unter diese Ausnahmeregelung, weil in diesen Fällen stets ein ganzes Gebäude betroffen ist, mithin eine Gesamterneuerung vorliegt.

Ausnahmen von der Nachweispflicht bei Neubauten

Unter welchen Voraussetzungen kein Nachweis eingereicht werden muss, findet sich in den Ausführungen über den Nachweis.

sommerlicher Wärmeschutz

Bei Neubauten müssen die Anforderungen des sommerlichen Wärmeschutzes nachgewiesen werden.

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