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Wärmeerzeugung und -speicherung

Haustechnische Anlagen zur Wärmeerzeugung und -speicherung

Wärmepumpe

Darunter fallen Wassererwärmer (einschliesslich Heizkessel), Warmwasser- und Wärmespeicher sowie ortsfeste elektrische Widerstandsheizungen (vgl. auch Ziff. 1 bis 8 der Vollzugshilfe EN-3, Heizung und Warmwasser, der Konferenz Kantonaler Energiefachstellen).

 

Dämmung

 

Wassererwärmer, Warmwasser- und Wärmespeicher müssen je nach Speicherinhalt und Wärmeleitfähigkeit des Dämmmaterials unterschiedlich gedämmt sein (Anhang 2 Ziff. 1.1 EnV). Aus energetischen Gründen dürfen Wassererwärmer (Boiler) höchstens auf eine Betriebstemperatur von 60°C ausgelegt sein. Aus betrieblichen oder hygienischen Gründen ist es zulässig, die Temperatur regelmässig kurzzeitig auf über 60°C anzuheben (Anhang 2 Ziff. 1.2 EnV).

Erwärmung von Brauchwarmwasser (Boiler)

Die direkt-elektrische Erwärmung des Brauchwarmwassers in Wohnbauten ist nur zulässig, wenn das Brauchwarmwasser während der Heizperiode mit dem Wärmeerzeuger für die Raumheizung erwärmt oder vorgewärmt wird oder wenn das Brauchwarmwasser überwiegend mit erneuerbarer Energie oder nicht anders nutzbarer Abwärme erwärmt wird (Anhang 2 Ziff. 1.3 EnV).

 

Muss ein bestehender direkt-elektrischer Boiler ersetzt werden und ist der Anschluss an die Heizung oder die Nutzung erneuerbarer Energie nicht zumutbar, kann wiederum ein Elektroboiler eingebaut werden. Dies trifft insbesondere bei einzelnen bereits bestehenden Elektroboilern zu, die nicht im Heizungsraum platziert sind.

Mit fossilen Brennstoffen betriebene Heizkessel

Mit Heizöl oder Erdgas betriebene Heizkessel mit einer Absicherungstemperatur von weniger als 110°C müssen neu kondensierend sein (Anhang 2 Ziff. 1.4 EnV). Katalytische Systeme und Direkt-Strahlersysteme fallen nicht darunter. Ist die Ausnutzung der Kondensationswärme technisch nicht möglich oder unverhältnismässig, kann ein bestehender Heizkessel durch einen wiederum nicht-kondensierenden Heizkessel ersetzt werden. Dies trifft z.B. zu, wenn der Rücklauf wärmer ist als die Kondensationstemperatur.

Ortsfeste elektrische Widerstandsheizungen

Die Energiestrategie 2050 der schweizerischen Eidgenossenschaft sieht vor, dass auf die nukleare Stromproduktion weitgehend verzichtet wird. Um dieses Ziel zu erreichen, soll in erster Linie die Energieeffizienz verstärkt und damit der Energieverbrauch pro Person gesenkt werden. Elektrische Widerstandsheizungen wie z.B. Elektro-Speicheröfen, Infrarot-Strahlungsheizungen und Fussboden-Heizmatten sind energetisch nicht effizient.

 

Seit dem 1. November 2012 gilt deshalb auch im Kanton St.Gallen eine Bewilligungspflicht für den Neueinbau und den Ersatz sämtlicher Elektroheizungen. Die vorher geltende Ausnahmeregelung für Anlagen bis 5 kW je Gebäude wurde aufgehoben.

 

Bewilligungsfähig sind nur elektrische Notheizungen bei Wärmepumpen und handbeschickten Holzfeuerungen zur Überbrückung aussergewöhnlich kalter Tage, das heisst bei Aussentemperaturen unter der geltenden Auslegetemperatur. Zudem wird der Ersatz bestehender elektrischer Widerstandsheizungen ohne Wasserverteilsystem bewilligt, falls diese Art der Gebäudeheizung in einem Baubewilligungsverfahren in früheren Jahren bewilligt worden ist.

 

Der Neueinbau einer Elektro-Heizung ist daher faktisch verboten.

 

Es wird nicht unterschieden, ob mit einer Elektroheizung ein Raum vollständig beheizt oder nur temperiert wird. Soll ein Wintergarten beheizt werden, muss er hinsichtlich Wärmedämmung und Art der Beheizung dieselben Anforderungen erfüllen wie ein gewöhnlicher Wohnraum.

 

Elektrische Handtuchwärmer und andere Elektroheizgeräte dürfen eingesetzt werden, sofern die Normheizlast bereits mit einer zulässigen Heizungsart gedeckt wird (z.B. Badezimmer wird mittels Gas-Zentralheizung beheizt.) Handtuchwärmer müssen mit einer Zeitschaltuhr versehen sein, um zu verhindern, dass das Badezimmer ganztags elektrisch beheizt wird.

 

Das Bundesgericht hat festgehalten, dass die bundesrechtliche Eigenverbrauchsregelung die Kompetenz der Kantone im Gebäudebereich nicht beschneidet (LINK auf den BGE im attachment dieses mails). Elektrische Widerstandsheizungen, wie im zu beurteilenden Fall Infrarotheizungen, dürfen deshalb auch dann nicht neu eingebaut werden, wenn der dafür benötigte Strom mittels eigener PV-Anlage erzeugt wird.

 

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