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Ferienhäuser

Begriff

Ferienhaus

Als Ferienhäuser im Sinn von Art. 9a EnG gelten als Zweitwohnungen genutzte Einfamilienhäuser oder Zweitwohnungen in Mehrfamilienhäusern.

Ausrüstungspflicht für Neubauten

In Zweitwohnungen, die ab dem Jahr 2010 rechtskräftig bewilligt werden, müssen Einrichtungen zur Regelung der Raumlufttemperatur über Fernmeldedienste erstellt werden (Art. 9a Abs. 1 EnG).

Die Einrichtung muss es erlauben, die Raumlufttemperatur für jede Wohneinheit auf wenigstens zwei Stufen einzustellen.

Ausrüstungspflicht für bestehende Bauten

In bestehenden Einfamilienhäusern sind die Einrichtungen zur Regelung der Raumlufttemperatur zu erstellen, wenn die Anlage zur Wärmeerzeugung ersetzt wird.

Mehrfamilienhäuser mit Zweitwohnungen müssen mit Einrichtungen zur Regelung der Raumlufttemperatur nachgerüstet werden, wenn das Heizverteilsystem erneuert wird.

Grundlagen

Die Schweiz zählt 420'000 Zweitwohnungen. Gemäss neuen Studien aus den Kantonen Graubünden und Wallis sind diese während mehr als 300 Tagen im Jahr unbewohnt. Die Mehrheit dieser Wohnungen werden trotzdem während der ganzen Heizperiode, das heisst während etwa acht Monaten im Jahr, auf mehr als 15°C beheizt. Heizungen, die das ganze Jahr über auf 16°C Innentemperatur eingestellt sind, können sich in den Bergregionen sogar an kalten Sommertagen einschalten. Diese Verschwendung kann vermieden werden: Es reicht aus, die Wohnung auf 6°C zu beheizen und ein Gerät zu installieren, mit dem die Heizung am Vorabend der Ankunft in der Zweitwohnung telefonisch auf eine höhere Heiztemperatur eingestellt wird. Der Energieverbrauch wird so um 30 bis 60 Prozent verringert.

Haustechnik

In erster Linie muss der Heizkessel über eine Frostschutz-Regelung verfügen, damit im Haus stets eine Temperatur von bspw. 6°C aufrechterhalten wird. Auf dem Elektro-Tableau wird eine Fernsteuerung installiert. Mittels eines Codes, der telefonisch oder per Internet übermittelt wird, kann die Heizung am Vorabend der Ankunft eingeschaltet werden, so dass die Wohnung bei der Ankunft angenehm geheizt ist. Solche Systeme sind seit mehreren Jahren erhältlich und hinlänglich erprobt.

Kosten

Einfache Installationen lassen sich für etwa 1000 Franken realisieren, was verglichen mit den erzielbaren Einsparungen bescheiden ist: Gemäss einer Studie der ETH Zürich bewirkt eine Temperatursenkung von 21°C auf 15°C eine Einsparung der Heizkosten von 30 Prozent. (Für ein durchschnittliches Chalet ergibt dies eine Einsparung von 230 Franken.) Wird die Temperatur auf 6°C gesenkt, beträgt die Einsparung sogar 60 Prozent.

 

Es sind auch leistungsfähigere System erhältlich, die eine vollständige Überwachung per Internet ermöglichen: Hunderte von Kilometern vom Zweitwohnungs-Chalet entfernt kann man die Temperatur in den einzelnen Zimmern rund um die Uhr abfragen. Entdeckt das System ein Versagen der Heizungsanlage – oder einen Temperatursturz infolge eines zerbrochenen Fensters – macht es den Eigentümer darauf aufmerksam. Es ist auch möglich, einen Unterhaltsvertrag mit einer Gesellschaft abzuschliessen, welche die Temperatur überwacht und bei Problemen selbst einschreitet. Dies setzt aber erheblich grössere finanzielle Auslagen voraus.

 

(Quelle: "Trop de résidence secondaires sont chauffées inutilement", veröffentlicht auf der plate-forme d'information "énergie environnement",betrieben von den Services Cantonaux de l'énergie et de l'environnement.)

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