Accesskeys

Bodenzustand in Rebbergen

Trauben gesund – Boden belastet

Die Tatsache, dass Traubenfrüchte keine Schadstoffe aufnehmen, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Rebbergböden in hohem Masse mit Schwermetallen belastet sind. Dazu zählen vor allem Kupfer, Cadmium, Blei und Zink. Die beobachteten Aufwuchsstörungen von Jungreben könnten damit zusammenhängen. Ebenso wurde eine Beeinträchtigung des Bodenlebens und damit eine gewisse «Bodenmüdigkeit» in Rebbaugebieten festgestellt. Diese Phänomene sind rund um die Welt in allen klassischen Weinbaugebieten zu beobachten.

Problematischer Pflanzenschutzmittel- und Düngereinsatz

Zur Bekämpfung von Schädlingen und Pilzkrankheiten, insbesondere des Falschen Mehltaus, wurden vor allem Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts stark kupferhaltige Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Die hohen Cadmium-, Zink- und Bleiwerte stammen von Klärschlamm oder von Kompost aus ungetrenntem Siedlungsabfall, die früher für Düngezwecke eingesetzt wurden.
 

Heutzutage ist der Pflanzenschutz im Rebbau stark kontrolliert. Die Mittel und die Dosierungen sind vorgegeben, limitiert und kontrolliert, ausserdem gibt es je nach Krankheit oder Schädling auch Alternativen zu chemischen Pflanzenschutzmitteln. Nichtsdestotrotz werden auch heute noch kupferhaltige Mittel oder Mischpräparate zur Bekämpfung von Mehltau oder weiteren Pilzkrankheiten eingesetzt.

Untersuchte Standorte zeigen Richtwertüberschreitungen

Beide untersuchten Standorte der kantonalen Bodenüberwachung, welche im Rebbaugebiet liegen, weisen Überschreitungen des Kupfer-Richtwertes auf. Der eine Standort ist sehr stark belastet und weist zudem noch Richtwertüberschreitungen bei Blei und Quecksilber auf. Eine Aussage zur Belastungsentwicklung kann aufgrund der kurzen Zeitreihe noch nicht gemacht werden. Dies wird frühestens 2020/2025 möglich sein.

 

Servicespalte