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Bodenerosion

Natürliche Bodenerosion belastet Boden bereits stark

Die natürliche Bodenerosion ist der übermässige Abtrag von Oberboden durch Wind und Wasser. Weltweit gesehen ist dies heute eine der bedeutendsten Bodenbelastungen überhaupt. Jährlich bilden die Schweizer Böden pro Hektare eine Tonne Humus. Ein Unwetter kann im schlimmsten Fall an einem einzigen Tag mehr als das 100-Fache davon wegspülen.

Sinkende Bodenfruchtbarkeit und Eutrophierung als Folge

Der abgeschwemmte Boden ist nährstoffreich und kann in intensiv bewirtschafteten Regionen zu einer Überdüngung von Seen (Eutrophierung) führen. Auf dem Acker hingegen fehlen diese Nährstoffe. Und das Pflanzenwachstum leidet unter dem Verlust des humusreichen Oberbodens.

Intensive Landwirtschaft beschleunigt Bodenerosion

Die zusätzlich menschenverursachte Bodenerosion ist hauptsächlich auf eine intensive Land- und Forstwirtschaft zurückzuführen. Übermässige Gewichtsbelastungen durch schwere Maschinen oder fehlende Pflanzendecken auf brachliegenden Äckern und übernutzten Weiden verstärken die Erosion. Das Ausmass der natürlichen Bodenverluste kann durch ungünstige Bodenbearbeitung und Anbauverfahren um das 10- bis 50-Fache verschärft werden.

Erosionsprobleme im Kanton St.Gallen

Im westlichen Kantonsgebiet wird heutzutage weniger Ackerbau betrieben als früher. Hier sind die Erosionsprobleme gering. Hingegen ist im östlichen Kantonsgebiet der Ackerbau vor allem in der Rheintaler Ebene weitverbreitet. In dieser Region ist die innere Erosion (Verschlämmung) der schluff- und tonreichen Schwemmlandböden ein Problem. Die hier häufig vorkommenden Moorböden werden trotz ihrer Empfindlichkeit drainiert und ackerbaulich genutzt. Dadurch beschleunigt sich der Torfabbau und die Böden sacken in sich zusammen.

 

Im Graswirtschaftsgebiet des Kantons treten Erosionsprobleme aufgrund der geschlossenen Pflanzendecke und der Abwechslung von Schnitt- und Weidenutzung seltener auf als im Sömmerungsgebiet (Alpweiden). Dort ist meist die permanente Beweidung steiler Hänge mit schweren Tieren und bei nassen Bodenverhältnissen Ursache der Erosion. Es bilden sich ausgeprägte Viehwege, die Grasnarbe wird beschädigt, in den Trittlöchern sammelt sich Wasser und die Hänge kommen ins Rutschen.

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