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Biologische Bodenbelastungen

Gesunder Boden lebt

In einer Handvoll Erde tummeln sich mehr Bodenlebewesen als Menschen auf der Erde! Diese Lebewesen sind die Grundlage der Biodiversität auf der Oberfläche und sie sind eng mit den Organismen, die auf dem Boden leben, verknüpft.

Belastung der Bodenorganismen führt zu Biodiversitätsverlust

Sehr hohe Schadstoffgehalte können Bodenorganismen so stark stören, dass der Boden wichtige Funktionen verliert. Ein Boden, in welchem keine Lebewesen mehr leben und arbeiten können, kann herunterfallende Blätter oder Dünger nicht mehr zersetzen und speichern. Somit entstehen auch keine Nährstoffe mehr, die an die Pflanzen abgegeben werden können. Gehemmtes Pflanzenwachstum und Absterben der Pflanzen ist die Folge. Die Biodiversität nimmt ab.

Nicht nur hohe Schadstoffgehalte können zu einer Armut an Bodenlebewesen führen. Auch Verdichtungen, Erosion und eine zu intensive Landwirtschaft können solche Auswirkungen zeigen.

Gefahr auch durch Neobiota

Die Vielfalt einheimischer Bodenorganismen kann auch durch fremde Lebewesen, sogenannte Neobiota, bedroht sein. Diese eingeschleppten Pflanzen oder Tiere nehmen in ihrem neuen Lebensraum so viel Platz ein, dass die ursprünglichen Lebewesen vertrieben werden oder zugrunde gehen. Dies führt zu einem Ungleichgewicht der ober- und unterirdischen Biologie und kann viele Folgen haben.

Der Schwarzkopfregenwurm breitet sich aus

Vor mehr als 50 Jahren wurde der Schwarzkopfregenwurm mit Pflanzen aus dem Mittelland ins Toggenburg eingeschleppt. Im feuchten Obertoggenburg auf 1000 Meter Höhe scheint es ihm besonders zu gefallen. In grosser Zahl pflügt er den Boden um. Diese Tätigkeit verwandelt die Böden im Frühling und im Herbst in Morastfelder, welche praktisch nicht mehr zu bewirtschaften sind. Mit einer Ausbreitungsgeschwindigkeit von vier Metern pro Jahr wandert der Wurm in neue Gebiete ein. Aber auch durch unsachgemässe Bodenverschiebungen werden die unerwünschten Würmer verschleppt.

Bodenorganismen brauchen Pflege

Es ist daher wichtig, dass nicht nur der Boden an sich geschützt wird, sondern auch die Lebewesen darin. Am besten gedeihen diese, wenn sie genügend, aber nicht zu viel Wasser und Luft haben und regelmässig mit organischer Substanz (Ernterückstände, Laub, Stroh, Kompost, …) gefüttert werden.

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