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Bodenversiegelung

Diverse Nutzungsansprüche an die knappe Ressource Boden

Der Mensch nutzt den Boden in verschiedener Art und Weise. Neben der Nutzung zur Nahrungsmittelproduktion und der Holznutzung wird Boden zunehmend für Siedlungen und Verkehrswege verbraucht. Zudem ist ein Teil der Fläche der Schweiz aus natürlichen Gründen ohne Boden: Gewässer (Seen, Flüsse, Tümpel usw.), Fels, Firnflächen und Gletscher. Die Begrenztheit des Bodens und die wachsenden, diversen Nutzungsansprüche können zu Nutzungskonflikten führen.

Bauwerke zerstören Boden dauerhaft

Durch den Bau von Verkehrswegen, Häusern und Industriebauten wird der Boden unwiederbringlich zerstört und wasserdicht verschlossen, was als Bodenversiegelung bezeichnet wird. Folgen sind örtlich erhöhte Wasserabflüsse bei Starkregen anstelle von Versickerung. Damit steigt die Gefahr von Hochwasser bei Bächen und Flüssen.

Flächenverbrauch im Kanton St.Gallen

Die 2026 Quadratkilometer grosse Fläche des Kantons St.Gallen besteht fast zur Hälfte aus landwirtschaftlich genutztem Weid-, Wies- und Ackerland. Ein knappes Drittel der Kantonsfläche ist bewaldet, und etwa ein Achtel der Gesamtfläche des Kantons fällt auf Gewässer oder Fels. Ein Zehntel der Fläche wird als Siedlungsfläche genutzt. In Bezug auf die nutzbare Fläche beträgt der Anteil der Siedlungsfläche gar ein Fünftel.

Bodennutzungen im Kanton St.Gallen

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Zahlen aus: Arealstatistik Kanton St.Gallen 2004/2009

Siedlungs- und Verkehrsflächen vermindern Landwirtschaftsfläche

Laut Arealstatistik des Bundes hat die Siedlungsfläche im Kanton St.Gallen innerhalb von 24 Jahren (1985 bis 2009) um rund 3800 Hektaren zulasten der landwirtschaftlich genutzten Flächen zugenommen. Von den 3800 Hektaren wurden allein 18 Prozent im Wahlkreis Rheintal überbaut, 16 Prozent im Wahlkreis St.Gallen. 65 Prozent dieser Versiegelung wurde durch die Ausdehnung der Fläche für Wohnbauten erzielt. Anders ausgedrückt: Es wurde in einem Vierteljahrhundert fast die Fläche der Gemeinde Bad Ragaz für die Erstellung von neuen Wohnungen verbaut!
 

Das nachfolgende Diagramm zeigt die prozentuale Zunahme an Siedlungsflächen bezogen auf die Gesamtfläche des jeweiligen Wahlkreises. Die grösste Zunahme fand mit rund fünf Prozent in den Wahlkreisen Rorschach und Rheintal statt.

Zunahme der Siedlungsfläche in Prozent in Bezug auf die Gesamtfläche des Wahlkreises (1985–2009)

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Weitere Gründe für die Zunahme der Versiegelung

Neben dem wichtigsten Grund für die Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsflächen, dem erhöhten Wohnflächenanspruch, tragen auch andere Gründe zur Bodenversiegelung bei:

  • erhöhte individuelle Mobilität
  • Ausbreitung von Industrieanlagen, Freizeit- und Einkaufszentren
  • Vermehrte Asphaltierung und Betonierung von Zufahrtsstrassen, Parkplätzen und Lagerflächen

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