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ChloroNet: nationale Plattform für CKW-Altlasten

Die Untersuchung und Sanierung von Altlasten mit chlorierten Lösungsmitteln (CKW) ist technisch schwierig und finanziell aufwändig. Um Erfahrungen in einem Netzwerk von Betroffenen nutzen und erweitern zu können, wurde das nationale Projekt ChloroNet gestartet. Im Rahmen des seit 2007 laufenden ChloroNet-Projektes wird die best practice für den Umgang mit CKW-Standorten zusammengetragen. Für Vollzugsbehörden, Altlastenspezialisten und Standortinhaber werden Handlungsempfehlungen und Vollzugshilfen entwickelt.

 

ChloroNet-Merkblätter und Vollzugshilfen sowie Informationen zur ChloroNet-Organisation, Trägerschaft und Projektleitung sind auf zwei websiten zu finden:

Das AFU St. Gallen veröffentlicht im Folgenden erste Ergebnisse aus dem ChloroNet-Teilprojekt "Fracht".

Stellenwert der Fracht in der Altlastenverordnung

Nach der Voruntersuchung sind die im Grundwasser-Abstrom eines belasteten Standortes gemessenen Konzentrationswerte für die Beurteilung massgebend. In der Altlastenverordnung ist der Einbezug von Frachtbetrachtungen auf Stufe der Voruntersuchungen nicht explizit vorgesehen. Sind die hydrogeologischen Rahmenbedingungen gut bekannt, können Abschätzungen zur Fracht bereits auf dieser Stufe sinnvoll sein.

 

Die im Rahmen der Detailuntersuchung vorgenommene Gefährdungsabschätzung gegen soll Aussagen zur Fracht enthalten (Art. 14 Abs. 1 AltlV). Vorgaben zu dieser Frachtabschätzung fehlen noch. Um die Lücke zu schliessen werden im Rahmen des ChloroNet-Projektes Praxishilfen entwickelt, welche Kriterien, Möglichkeiten und Grenzen des Frachteinbezugs bei CKW-Fällen aufzeigen.

Erster Schritt zur Frachtermittlung im Grundwasser

Das Ziel war eine einfache Methode zur Frachtermittlung im Grundwasser zu entwickeln. Der Lösungsansatz war Schadstofffrachten im Grundwasser innerhalb einer Bilanzierungszelle abschätzen zu können. Damit steht eine Entscheidungshilfe zur Verfügung zu Fragen wie:

  • Wie sind die Resultate einer Altlastuntersuchung mit Blick auf bereits vorhandene CKW-Analysen im Grundwasserleiter einzuordnen?
  • Was ist die Prioritätensetzung bei mehreren CKW-Altlasten?

Möglichkeiten der Anwendung

Den Berechnungen liegt ein regionaler Ansatz zugrunde, der eine Übersicht zum System Grundwasserleiter – CKW-belastete Standorte liefern kann. Innerhalb einer Bilanzierungszelle ist eine Gegenüberstellung mehrerer CKW-Standorte möglich. Auch CKW-belastete Zu- oder Abflüsse (z.B. Grundbelastung im Zustrom, Pumpwerke) können mit Frachten aus CKW-Standorten verglichen werden.

 

Die Eingabe der erforderlichen Daten erfolgt auf Excel-Tabellen. Als Ergebnisse sind Tabellen und Grafiken zu Schadstofffrachten vorbereitet.

 

Einschränkungen der Anwendung

Das Modell ist nicht georeferenziert («Topf-Modell»). Abbau und Sorption von Schadstoffen werden nicht berücksichtigt, d.h. CKW werden wie konservative Tracer behandelt. Fehlerbetrachtungen sind nicht enthalten. Die Qualität der Ergebnisse ist wie bei allen Modellierungen von der Qualität der Eingabedaten abhängig.

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