Accesskeys

Asbest

Asbest-Logo der ChemRRV

Asbesthaltige Produkte werden seit Ende des 19. Jahrhunderts im Bauwesen und anderen technischen Bereichen eingesetzt. Vor allem nach dem 2. Weltkrieg kam es zur Verbreitung dieses Baustoffes. In der Schweiz gelangte das Spritzasbestverfahren (schwach gebundener Asbest) von 1936 an während fast 40 Jahren zur Anwendung. Gebäude mit Erstellungsjahr nach 1975 haben daher keine asbesthaltigen Spritzbeläge. Seit 1993 sind die Herstellung und die Verwendung von Asbest auch in gebundener Form in der Schweiz, Deutschland und Österreich verboten.

Zuständigkeiten

Der Bauherr hat die Abklärungspflicht, das heisst, vor Arbeitsbeginn muss abgeklärt werden, ob Asbest im betroffenen Baubereich vorkommt. Ist ein Asbestverdacht vorhanden ist die Bau­herr­schaft verpflichtet das Material auf Asbest hin untersuchen zu lassen. Die Bauherrschaft muss dafür besorgt sein, dass dieses von einer Spezialfima fachgerecht rückgebaut und entsorgt wird. Die Kosten fallen vollumfänglich zu Lasten des Auftraggebers. Die Aufsichtsbehörde ist die politische Gemeinde beziehungsweise die Baupolizei. Sie ist berechtigt, bei Verdacht auf widerrechtliches Handeln einen Baustopp zu erlassen.

Entsorgung im Kanton St.Gallen

Schwach gebundener Asbest

Schwach gebundener Asbest findet sich im Spritzasbest, in leichten Faserplatten, in gewissen Wand- und Bodenbeläge, Rohrisolationen, Asbestkarton, Asbestschnüre, Asbest-Isolationsmatten. Arbeiten an schwach gebundenen Asbestprodukten sind besonders gefährlich. Schon bei geringer Einwirkung lösen sich die Asbestfasern aus ihrem Verbund und führen zu hohen Faserkonzentrationen in der Luft.

 

Die Asbestentfernung erfolgt durch eine von der SUVA zugelassene Fachfirma. Damit keine Faserkontamination mit der übrigen Raumluft entsteht, wird dabei der asbesthaltige Belag im eigens dafür geschaffenen Unterdruckbereich entfernt.

 

Fest gebundener Asbest

Materialien mit fest gebundenem Asbest sind Faserzementprodukte für Dächer, Fassaden, Wände, Rohrleitungen und Blumenkisten. In der Regel können Asbestfasern nur beim mechanischen Bearbeiten wie Bohren, Fräsen usw., beim Einsatz von Hochdruckreinigern oder bei unsachgemässen Abbrucharbeiten freigesetzt werden. Diese Arbeiten gilt es zu vermeiden. Asbesthaltige Faserzementprodukte sind als Bauabfall zu entsorgen und müssen unbeschädigt einer Inertstoffdeponie zugeführt werden.

Wichtige Hinweise

  • Abfälle, die schwachgebundenen Asbest enthalten gelten als Sonderabfälle. Die Verwendung eines passenden LVA-Codes ist Pflicht (LVA: Verordnung des UVEK über Listen zum Verkehr mit Abfällen)
  • Alle Asbestabfälle ob schwach oder festgebunden, müssen vorschriftsgemäss beschriftet werden (Chemikalien-Risiko-Reduktionsverordnung ChemRRV, Anhang 1.6)
  • Eine Anmeldung der Anlieferung von Asbestabfällen bei der Deponie ist sinnvoll. So kann im Ablagerungsbereich eine Erdmulde vorbereitet werden, in der die Abfälle sorgfältig eingebaut und unmittelbar wieder überdeckt werden können.
  • Es ist üblich Kleinmengen von schwachgebundenem Asbest und gebrauchte Schutzkleidung in doppelten Asbest-Entsorgungssäcken zu verpacken, mit Klebband zu verschliessen und so auf die Deponie zu liefern.
  • Die Asbest-Entsorgungssäcke dürfen nicht beschädigt oder geöffnet werden.
  • Die Asbest-Entsorgungssäcke dürfen nicht in die KVA gebracht werden, auch wenn sich darin zum Beispiel Schutzkleidung befindet! Asbestfasern lassen sich durch die Verbrennung in einer Kehrichtverbrennungsanlage nicht unschädlich machen. Sie gefährden das Personal in der Anlage.

Adressen

Servicespalte