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Umweltglossar


V

Vegetationsruhe

Die Vegetationsruhe um­fasst denjenigen Zeitraum des Jahres, in dem die Pflanzen fotosynthetisch nicht aktiv sind, d.h. nicht wachsen, nicht blühen und nicht fruchten. Als Beginn der Vegetationsruhe gilt, wenn der fünfte aufeinanderfolgende Tag eine Tagesmitteltemperatur von unter 5°C aufweist. Die Vegetationsruhe endet, wenn der siebte nacheinanderfolgende Tag eine Tagesmitteltempera­tur von mindestens 5°C aufweist (vgl. Schweizer Lexikon, 1993). Für die Berechnung des Tagesmittels werden die über 24 Stunden gemessenen Temperaturwerte gemittelt.

 

Die oben genannte Definition der Vegetationsruhe wurde vom Bundesgericht in einem unveröf­fentlichten Entscheid i.S. Staatsanwaltschaft des Kantons Appenzell A.Rh. gegen L. (6S.362/ 1997/rar) im Wesentlichen bestätigt. Danach endet die Vegetationsruhe, wenn die Temperatur im Tagesmittel während mehreren aufeinanderfolgenden Tagen 5°C nicht unterschreitet. 


Veränderung (nachteilige) bei einem Gewässer

Der Begriff wird im GSchG und in der GSchV in verschiedenen Bestimmungen, beispielsweise im Zusammenhang mit der Verunreinigung des Wassers (Art. 4 GSchG), dem Sauerstoffgehalt in der Gewässersohle (Anh. 2 Ziff. 12 Abs. 2), der Morphologie und den Funktionen des Seebodens und der Verhältnisse in Seen (Anh. 2 Ziff. 13 Abs. 1 und 3), verwendet. Es handelt sich dabei um einen allgemein gültigen Sprachbegriff, der die Veränderung eines Mediums zu seinem Nachteil ausdrückt.


Verkehrsanlage

Als Verkehrsanlagen gelten Strassen, Flugplätze, Geleise und andere Anlagen, bei denen die Abgase von Fahrzeugen nicht gesammelt als Abluft an die Umwelt abgegeben werden.


Verkehrswege (StFV)

Verkehrswege im Sinne der Störfallverordnung sind Durchgangsstrassen, Eisenbahnanlagen, Luftseilbahnen und Schifffahrtswege, auf denen gefährliche Güter transportiert oder umgeschlagen werden.


Versickerung

Eindringen des Wassers durch enge Hohlräume in das Erdreich (DIN 5.45). In Gesetz und Verordnung wird im Zusammenhang mit dem Grundwasser immer nur der Begriff "Versickerung" und nie "Einleitung" verwendet.


Versiegelung

Bei der Nutzung als Siedlungs- und Verkehrsfläche geht Boden für immer verloren. Laut Berechnungen des Bundesamtes für Statistik wird in der Schweiz ein Quadratmeter Boden pro Sekunde überbaut, was in der Fachsprache als "Bodenversiegelung" bezeichnet wird. Im Kanton St.Gallen hat die Siedlungsfläche zwischen 1984 und 1996 auf Kosten der landwirtschaftlich genutzten Flächen um rund 2000 Hektaren zugenommen.


Verunreinigung (des Wassers)

Nachteilige physikalische, chemische oder biologische Veränderungen des Wassers gelten als Verunreinigung (Art. 4 GSchG).


Verursacherprinzip

Dieses Prinzip lautet in einem allgemeinen Sinn, dass diejenigen die Kosten umweltbelastenden Verhaltens tragen müssen, die sie verursacht haben. Diese Kosten können sich aus der Vermeidung oder Beseitigung von Umweltbelastungen ergeben.

 

Den Verursachern werden die Kosten von Massnahmen nach dem Umweltschutz- oder dem Gewässerschutzgesetz und den zugehörigen Verordnungen auferlegt (z.B. bei Sanierungen). Ergreift das Gemeinwesen selber solche Massnahmen, so wälzt es die direkt zurechenbaren Kosten auf die Verursacher ab (z.B. über Gebühren).


Verwertung

Auch Recycling oder Wiederverwertung. Es wird grundsätzlich zwischen stofflicher Verwertung (separates Erfassen von Abfällen aus der Produktion und dem Konsum und ihre Behandlung in Richtung Produktion) und energetischer / thermischer Verwertung mit Wärmenutzung unterschieden (vgl. auch Recycling).


VOC (flüchtige organische Verbindungen)

Flüchtige organische Verbindungen (volatile organic compounds VOC) sind z.B. das Treibmittel Butan in Spraydosen, Aceton im Nagellack oder Benzol im Benzin. VOC gelangen durch Verdunstung von Treibstoffen oder Lösungsmittel in die Luft und sind wie die Stickoxide auch als Vorläufersubstanzen für die Bildung von Ozon und Schwebestaub (PM10) von Bedeutung.


Vorfluter

Als Vorfluter wird ein Gewässer bezeichnet, in das eine (bewilligte) Einleitung von Wässern (Abwasser, Drainagewasser) erfolgen kann. Natürliche Vorfluter sind offene Fliessgewässer, welche Wasser aus anderen Gewässern, aus Grundwasserkörpern oder aus Abflusssystemen aufnehmen.


Vorübergehend stationierte Tankanlagen

Darunter fallen beispielsweise Tankanlagen auf Baustellen. Falls eine Baustelle länger als ein Jahr betrieben wird, kann nicht mehr von einer vorübergehenden Stationierung gesprochen werden. Auch Tankanlagen, die im Rahmen eines Kiesabbaus stationiert werden, gelten nicht als vorübergehend stationiert.


Vulnerabilität

Charakterisierung eines Grundwasservorkommens oder Teilen davon bezüglich einer potentiellen Verschmutzung. Die Vulnerabilität des Grundwassers hängt einerseits von der Schutzwirkung und der Reinigungskapazität der Deckschicht, andererseits von der Reinigungskapazität des wassergesättigten Untergrundes ab.


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