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Umweltglossar


R

R-Sätze

R-Sätze (www.bag.admin.ch) beschreiben mittels Gefahrenhinweisen die Risiken, die mit dem Umgang mit einem Stoff oder einer Zubereitung verbunden sind. Diese R-Sätze gelten in der ganzen EU und sind in einer Liste zusammengefasst, die z.Z. 68 einfache und 57 kombinierte R-Sätze enthält.

Beispiele:          R 11: Leichtentzündlich

                            R 23: Giftig beim Einatmen

                            R 50: Sehr giftig für Wasserorganismen


Reaktordeponie

Die Reaktordeponie bezeichnet einen Deponietyp, in welchem aufgrund der Inhaltsstoffe biologische, biochemische und/oder chemische Prozesse (Reaktionen) ablaufen, welche zu Sickerwasser- und Gasemissionen führen können, die einer Behandlung bedürfen.


Recycling

Wiederverwendung/Wiederaufbereitung von Abfällen, Nebenprodukten oder (verbrauchten) Endprodukten der Konsumgüterindustrie als Rohstoffe für die Herstellung neuer Produkte (vgl. auch Verwertung).


Regen, saurer

Als saurer Regen wird Niederschlag bezeichnet, dessen pH-Wert niedriger ist als der pH-Wert, der sich in reinem Wasser durch den Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre einstellt. Der durch die Kohlensäure bedingte natürliche pH-Wert des Niederschlages liegt im schwach sauren Bereich bei 5,6. Niederschlag, der einen geringeren pH-Wert als 5,6 hat, wird als saurer Niederschlag bzw. saurer Regen bezeichnet.

 

In vielen Gegenden der Welt fällt Niederschlag mit einem pH-Wert kleiner 5. Ursache hierfür ist hauptsächlich die Emission von Schwefeldioxid (SO2) und von Stickoxiden (NOx) die in der Atmosphäre zu Schwefelsäure (H2SO4) und Salpetersäure (HNO3) oxidiert werden. In Nebeltröpfchen in der Region Zürich wurden schon pH-Werte im Bereich von 3 gemessen.

 

Saurer Regen fördert die Versauerung des Bodens, schädigt dadurch die Pflanzen und wird mit der Bodenversauerung in Verbindung gebracht.

 

Die Belastung der Gewässer durch Säureeintrag ist vor allem in kalkarmen Einzugsgebieten von Bedeutung (z.B. im Tessin). Die Versauerung der Gewässer erfolgt dabei weniger direkt über die sauren Niederschläge als eher indirekt über den Bodenabfluss. In einem sauren Gewässer reichern sich Metall-Kationen an, die als Zellgifte wirken und zu einer Artenverarmung führen können.

 

Der saure Niederschlag greift insbesondere Sand- und Kalkstein an. Beispielsweise reagiert Schwefelsäure mit Kalkstein zu Gips. Dadurch schreitet die Verwitterung von Gebäuden wesentlich schneller voran, und zahlreiche Gebäude und Kulturdenkmäler werden so im Laufe der Zeit stark beschädigt oder zerstört.


Regenbecken

Der Ausdruck "Regenbecken" dient als Sammelbegriff für Becken zur Rückhaltung und/oder Behandlung von Regen- und Mischwasser (z.B. Regenklärbecken, Regenrückhaltebecken, Regenüberlaufbecken).


Rekultivierung

Umfassende Aufwertung / Neugestaltung eines Gewässers und seines Uferbereiches mit dem Ziel, dem ursprünglichen, natürlichen und unbeeinträchtigten Zustand möglichst nahe zu kommen.

Es kann auch im Zusammenhang von Bodenverbesserungen von Rekultivierung gesprochen werden.


Renaturierung

Unter Renaturierung versteht man eine umfassende Aufwertung / Neugestaltung eines Gewässers und seines Uferbereiches mit dem Ziel, dem ursprünglichen, natürlichen und unbeeinträchtigten Zustand möglichst nahe zu kommen.


Reststoffdeponie

Auf Reststoffdeponien können Rückstände mit erhöhtem Schadstoffgehalt abgelagert werden, welche durch geeignete Vorbehandlungsverfahren in eine stabile Form gebracht wurden (z.B. verfestigte Elektrofilteraschen aus Kehrichtverbrennungsanlagen, aufbereitete Industrieschlämme usw.).


Restwassermenge

Abflussmenge eines Fliessgewässers, die nach einer oder mehreren Entnahmen von Wasser (im Gerinne) verbleibt (Art. 4 GSchG).


Retention

Mit Retention bezeichnet man das Zurückhalten, Speichern und gedrosseltes Weiterleiten des Regenwassers.


Revitalisierung

Unter Revitalisierung versteht man Massnahmen unterschiedlichen Umfangs zur Aufwertung eines Gewässer-Lebensraumes.


Risiko, akzeptierbares

Die Vollzugsbehörde entscheidet anhand der Risikoermittlung (für Betriebe bzw. für Verkehrswege), ob das im W/A-Diagramm ausgewiesene Risiko akzeptierbar ist. Die Beurteilung erfolgt in erster Linie anhand der Richtlinien: Beurteilungskriterien I zur Störfallverordnung (September 1996, für Betriebe) und Beurteilungskriterien II zur Störfallverordnung (August 2001, für Verkehrswege).


Risiko (StFV)

Das Risiko wird bestimmt durch das Ausmass der möglichen Schädigungen der Bevölkerung oder der Umwelt infolge Störfällen und der Wahrscheinlichkeit, mit der diese eintreten.

 

Das Risiko wird in der Risikoermittlung in der Regel als Summenkurve in einem sogenannten Wahrscheinlichkeit-Ausmass-Dia­gramm (W-A-Diagramm) zusammengefasst.

 

Die Vollzugsbehörde entscheidet anhand der Risikoermittlung (für Betriebe bzw. für Verkehrswege), ob das im W-A-Diagramm ausgewiesene Risiko akzeptierbar ist. Die Beurteilung erfolgt in erster Linie anhand der Richtlinien (www.bafu.admin.ch): Beurteilungskriterien I zur Störfallverordnung (für Betriebe), Beurteilungskriterien II zur Störfallverordnung (für Verkehrswege).


Risikoermittlung für Betriebe

Die Vollzugsbehörde verlangt vom Inhaber eines Betriebes die Ausarbeitung einer Risikoermittlung, wenn aus dem Kurzbericht hervorgeht, dass es aufgrund eines Störfalles zu einer schweren Schädigung bei der Bevölkerung oder an der Umwelt kommen könnte.

In der Risikoermittlung sind der Betrieb und insbesondere seine Sicherheitsmassnahmen sowie dessen Umgebung zu beschreiben. Darauf gestützt müssen für alle relevanten Störfallszenarien die zu erwartenden Schadensausmasse sowie deren Eintretenswahrscheinlichkeiten angegeben werden. Die dafür erforderlichen Berechnungen sind nach anerkannten Methoden durchzuführen und nachvollziehbar darzulegen.

Die Ergebnisse werden in der Regel in einem sogenannten Wahrscheinlichkeit-Ausmass-Diagramm zusammengefasst. Die Vollzugsbehörde beurteilt, ob das ausgewiesene Risiko akzeptierbar ist, oder ob weitere Sicherheitsmassnahmen zu verfügen sind. Die Risikoermittlung enthält eine Zusammenfassung für die Öffentlichkeit.


Risikoermittlung für Verkehrswege

Die Vollzugsbehörde verlangt vom Inhaber eines Verkehrsweges die Ausarbeitung einer Risikoermittlung, wenn aus dem Kurzbericht hervorgeht, dass die Wahrscheinlichkeit einer schweren Schädigung bei der Bevölkerung oder an der Umwelt aufgrund eines Störfalles nicht hinreichend klein ist.

 

In der Risikoermittlung sind die bauliche, technische und organisatorische Gestaltung des Verkehrswegs, die sicherheitstechnischen Vorkehrungen und die Umgebung zu beschreiben. Darauf gestützt müssen für alle relevanten Störfallszenarien die zu erwartenden Schadensausmasse sowie deren Eintretenswahrscheinlichkeiten angegeben werden. Die dafür erforderlichen Berechnungen sind nach anerkannten Methoden durchzuführen und nachvollziehbar darzulegen.

 

Die Ergebnisse werden in der Regel in einem sogenannten Wahrscheinlichkeit-Ausmass-Diagramm zusammengefasst. Die Vollzugsbehörde beurteilt, ob das ausgewiesene Risiko akzeptierbar ist, oder ob weitere Sicherheitsmassnahmen zu verfügen sind. Die Risikoermittlung enthält eine Zusammenfassung für die Öffentlichkeit.


Rohwasser

Mit Rohwasser wird das direkt aus dem Quellschacht oder aus dem Grundwasserbrunnen entnommene Wasser bezeichnet, bevor es gegebenenfalls aufbereitet und ins Trinkwassernetz geleitet wird.


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