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Umweltglossar


B

Bauabfälle

Bezeichnung für alle Materialien, welche bei Bau- oder Abbrucharbeiten auf Baustellen zur Entsorgung anfallen. Folgende Materialgruppen werden innerhalb der Kategorie Bauabfälle unterschieden:

  • unverschmutztes Aushub- und Abraummaterial;
  • Abfälle, die ohne weitere Behandlung auf Inertstoffdeponien abgelagert werden dürfen;
  • brennbare Abfälle wie Holz, Papier, Karton und Kunststoffe;
  • andere Abfälle (z.B. nicht brennbares Bausperrgut, Sonderabfälle aus dem Baugewerbe usw.).


Baubewilligung

Das Errichten und Ändern von Bauten und Anlagen bedürfen einer Baubewilligung. Zu den baubewilligungspflichtigen Änderungen gehören nicht nur alle baupolizeirelevanten baulichen und betrieblichen Änderungen, sondern auch sämtliche umweltschutzrechtlich relevanten - insbesondere alle betrieblichen - Änderungen, die Auswirkungen auf das Immissionsmass haben.

 

Führen Änderungen zu bau- und/oder umweltrechtlich relevanten Auswirkungen, so ist somit zwingend ein Baubewilligungsverfahren durchzuführen.


Baugesuch (StFV)

Ein Betrieb im Geltungsbereich der Störfallverordnung, der ein Baugesuch stellt, das Anlagen mit Risiken im Sinne der Störfallverordnung betrifft, muss mit dem Gesuch einen ergänzten Kurzbericht einreichen.
Fällt der Gesuch stellende Betrieb erst durch das geplante Vorhaben in den Geltungsbereich der StFV, so muss er zusammen mit dem Baugesuch einen Kurzbericht über den gesamten Betrieb einreichen.
In beiden Fällen ist es zweckmässig, wenn der Bauherr möglichst frühzeitig mit dem AFU bespricht, welche Anforderungen an die Sicherheitsmassnahmen bestehen und was im Kurzbericht zu behandeln ist.


Bauschutt

Bauabfälle, die ohne weitere Behandlung auf Inertstoffdeponien abgelagert, bzw. nach einer spezifischen Aufbereitung z.B. als Kiesersatz verwendet werden können.


Bausperrgut

Unsortierte Bauabfälle, die jedoch frei sind von Sonderabfällen. Sie können nicht in Inertstoffdeponien abgelagert werden. Sie werden im allgemeinen manuell oder maschinell sortiert. Bausperrgut enthält folgende Fraktionen:

  • Mineralische Fraktion
  • Altholz
  • Brennbare Materialien (Holz, Papier/Karton, Kunststoffe etc.)
  • Metalle


Behandlung (von Abfällen)

Verwerten, Unschädlichmachen oder Beseitigen von Abfällen. Als Behandlung gilt jede physikalische, chemische oder biologische Veränderung der Abfälle. Der Behandlung gleichgestellt ist das Zwischenlagern; nicht als Behandeln gelten das Sammeln und Transportieren (vgl. auch Entsorgung).


Belasteter Standort

Belastete Standorte sind in Betrieb stehende oder stillgelegte Ablagerungsstandorte (Deponien), Betriebs- und Unfallstandorte, an denen Abfälle abgelagert wurden oder versickert sind. Belastete Standorte können ganze Grundstücke oder auch nur Teile davon umfassen. Als belastet gilt ein Standort bereits dann, wenn Ablagerungen von Aushubmaterial vermischt mit Fremdstoffen wie Betonabbruch, Ziegelsteinen oder Bauabfällen stattgefunden haben. Mit dem Begriff "Abfälle" sind auch umweltgefährdende Flüssigkeiten wie Öle oder Lösungsmittel gemeint, die bei industriellen Produktionen unbeabsichtigt in den Boden versickert sind.


Belastungsgrenzwerte für Lärm

Belastungsgrenzwerte sind Planungswerte, Immissionsgrenzwerte und Alarmwerte. Sie werden nach der Lärmart, der Tageszeit und der Lärmempfindlickeit der zu schützenden Gebäude und Gebiete festgelegt. Die Lärmschutz-Verordnung enthält Belastungsgrenzwerte für:

  • Strassenverkehrslärm
  • Eisenbahnlärm
  • Lärm von Regionalflughäfen und Flugfeldern
  • Industrie- und Gewerbelärm
  • Lärm von Schiessanlagen
  • Lärm von Militärflugplätzen

 


Belebtschlammanlage

Das Abwasser wird mit Hilfe von belüfteten Belebtschlammflocken, die aus Kleinlebewesen und Bakterien bestehen, gereinigt. Es findet eine räumlich aufgeteilte Reinigung statt: Vorklär-, Belebtschlamm- und Nachklärbehälter mit kontinuierlichem Zulauf von Abwasser.


Benzol

Benzol (nach der IUPAC-Nomenklatur als "Benzen" bezeichnet) ist eine farblose, leichtflüchtige Flüssigkeit mit charakteristischem Geruch. Es gehört zu den aromatischen Kohlenwasserstoffen. Benzol ist krebserregend und wird deshalb nicht mehr als Lösungsmittel verwendet, sondern nur noch für chemische Synthesen. Benzol entweicht in die Aussenluft durch Verdunstung von Treibstoffen oder entsteht bei Verbrennungsprozessen. Der Benzolgehalt im Benzin darf seit Januar 2000 höchstens 1 % betragen. Für Rasenmäher, Motorsägen, Kettensägen und Motorsensen soll Gerätebenzin mit einem Benzolgehalt von 0.1 % verwendet werden.


Besonders gefährdeter Bereich gemäss GSchG

Als besonders gefährdete Bereiche gelten:

  • Gewässerschutzbereich Au zum Schutz nutzbarer unterirdischer Gewässer sowie Zuströmbereich Zu zum Schutz der Wasserqualität bei bestehenden und geplanten, im öffentlichen Interesse liegenden Grundwasserfassungen, wenn das Wasser durch Stoffe verunreinigt ist, die nicht genügend abgebaut oder zurückgehalten werden, oder wenn die konkrete Gefahr einer Verunreinigung durch solche Stoffe besteht.
  • Gewässerschutzbereich Ao zum Schutz der Wasserqualität oberirdischer Gewässer, wenn dies zur Gewährleistung einer besonderen Nutzung eines Gewässers erforderlich ist sowie der Zuströmbereich Zo zum Schutz der Wasserqualität oberirdischer Gewässer, wenn das Wasser durch abgeschwemmte Pflanzenbehandlungsmittel oder Nährstoffe verunreinigt ist.


Betrieb

Ein Betrieb umfasst Anlagen, die in einem engen räumlichen und betrieblichen Zusammenhang stehen. Unter Anlagen ist nach Art. 7 Abs. 7 des Umweltschutzgesetzes (USG, SR 814.01) Folgendes zu verstehen: Bauten, Verkehrswege und andere ortsfeste Einrichtungen sowie Terrainveränderungen. Den Anlagen sind Geräte, Aggregate, Maschinen, Fahrzeuge, Schiffe und Luftfahrzeuge gleichgestellt. Die alles umfassende Grundfläche wird als Betriebsareal bezeichnet.


Bewilligungspflichtige Lageranlagen

Lageranlagen ab 2001 Liter Nutzinhalt in den besonders gefährdeten Gewässerschutzbereichen (Ao und Au, sowie Zonen S und Gewässerschutzarealen) und Kleinanlagen mit einem Nutzvolumen von 450 bis 2000 Liter je Lagerbehälter in Grundwasserschutzzonen S sind Bewilligungspflichtig gemäss der Gewässerschutzgesetzgebung.


Biolandbau

Mit Biolandbau wird eine landwirtschaftliche Produktionsweise unter Berücksichtigung der natürlichen Kreisläufe sowie mit Verzicht auf chemisch-synthetische Hilfsstoffe (Dünger, Pflanzenschutzmittel) bezeichnet.


Biomasse

Biomasse bezeichnet die Gesamtheit der biochemisch synthetisierten Masse, also die Masse aller Lebewesen einschliesslich ihrer organischen Stoffwechselprodukte. Etwa 60 % der Biomasse der Erde wird durch Mikroorganismen dargestellt.

Primärproduzenten (Pflanzen) sind durch die Photosynthese in der Lage aus für die Energiegewinnung nicht nutzbaren Stoffen (CO2, H2O, Mineralstoffe) unter Energiezufuhr Biomasse aufzubauen. Die Primärproduzenten werden als Nahrung von Konsumenten genutzt zur Produktion von tierischer Biomasse.

Die in der Biomasse biochemisch gespeicherte Sonnenenergie kann auch als sich selbst erneuernder Energielieferant (nachwachsender Energieträger) für die Gewinnung elektrischer Energie oder als Treibstoff genutzt werden (Regenerative Energie). Die Verwendung von Biomasse zur Erzeugung von Wärme, elektrischer Energie oder als Treibstoff ermöglicht eine ausgeglichene CO2-Bilanz, da nur die Menge CO2 ausgestossen wird, die kurz zuvor biochemisch gebunden wurde.


Biozönose unterirdischer Gewässer

Belebte Materie im Untergrund. Der Untergrund, d.h. der Bereich unterhalb des Bodens im pedologischen Sinn, ist ein Lebensraum. Er ist durch eine Vielzahl verschiedener Organismen besiedelt, die untereinander und mit ihrer abiotischen Umwelt in vielfältigen Wechselbeziehungen stehen.


Blei (Pb)

Blei ist ein Schwermetall. Es lässt sich leicht verformen und kann auch in beliebige Form gegossen werden. Es kommt in chemischen Verbindungen als Bleisulfid (Bleiglanz) vor. Dieses Mineral ist auch die bedeutendste kommerzielle Quelle für die Gewinnung von Blei.

 

Es wird unter anderem verwendet als chemischer Energiespeicher in Bleiakkumulatoren, bei Energieabgabe Umwandlung von Blei und Bleidioxid in Bleisulfat. Als Tetraethylblei Pb(C2H5)4 diente es als Antiklopfmittel in Vergaserkraftstoffen. Als Bleioxid PbO wird es bei der Herstellung des Bleikristalls der Glasschmelze zugegeben.

 

Bei einmaliger Aufnahme von Blei oder Bleisalzen ist kaum eine Giftwirkung zu bemerken. Jedoch selbst Mengen von einem Milligramm pro Tag, über einen längeren Zeitraum eingenommen, werden im Körper gespeichert und erzeugen eine chronische Vergiftung, die sich in Kopfschmerzen, Müdigkeit, Abmagerung und Defekten der Blutbildung, des Nervensystems und der Muskulatur zeigt. Zusammengefasst: Störung der Biosynthese, Blutdruckanstieg, Nierenschäden, Fehl- und Frühgeburten, Schäden des Nervensystems, Hirnschäden, senkt den IQ, verminderte Fruchtbarkeit bei Männer durch Schädigung der Spermien, verminderte Lernfähigkeit und Verhaltensstörungen bei Kindern (Hyperaktivität usw.)


Boden

Als Boden gilt nur die oberste, unversiegelte Erdschicht, in der Pflanzen wachsen können.


Boden (belasteter)

Boden, dessen Fruchtbarkeit durch chemische, physikalische oder biologische Einwirkungen beeinträchtigt ist oder langfristig beeinträchtigt werden kann.


Bodenbeobachtungsnetz

Zur Beobachtung der Natur und deren Entwicklung werden in verschiedenen Umweltbereichen von verschiedenen Institutionen Messstellennetze betrieben, bei denen der Momentanzustand oder aber die langristige Entwicklung der entsprechenden Umweltmedien beobachtet werden. Im Bereich des Bodens bestehen Messstellennetze verschiedener Kantone wie auch des Bundes.


Bodenfruchtbarkeit

Boden gilt als fruchtbar, wenn:

  • er eine für seinen Standort typische artenreiche, biologisch aktive Lebensgemeinschaft und typische Bodenstruktur sowie eine ungestörte Abbaufähigkeit aufweist;
  • natürliche und vom Menschen beeinflusste Pflanzen und Pflanzengesellschaften ungestört wachsen und sich entwickeln können und ihre charakteristischen Eigenschaften nicht beeinträchtigt werden;
  • die pflanzlichen Erzeugnisse eine gute Qualität aufweisen und die Gesundheit von Menschen und Tieren nicht gefährden;
  • Menschen und Tiere, die ihn direkt aufnehmen, nicht gefährdet werden.

 


Bodenfunktionen

  • Der Boden erfüllt Regelungsfunktionen:
    Er speichert, puffert, filtriert und transformiert Stoffe und Energie. Er regelt die Kreisläufe von Wasser, Luft, organischen und mineralischen Stoffen.
  • Der Boden erfüllt Lebensraumfunktionen:
    Böden sind die Lebensgrundlage und der Lebensraum von Mikroorganismen, Pflanzen, Tieren und Menschen.
  • Der Boden erfüllt Nutzungsfunktionen:
    Böden sind die Grundlage für die landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Nutzung, sie enthalten Rohstoffe (z.B. Kies) und bilden die Flächen, die für Siedlung, Erholung, Wirtschaft und Verkehr beansprucht werden.
  • Der Boden erfüllt geschichtliche Funktionen:
    Böden sind Bestandteile von Landschaften und archivieren die Landschaftsgeschichte.


Bodenverbesserungsmassnahmen

Damit bezeichnet man Arbeiten zur nachhaltigen Verbesserung mindestens einer Bodenfunktion, ohne dass dabei andere Funktionen erheblich oder nachhaltig beeinträchtigt werden.


Bodenversauerung

Ein Boden ist sauer, wenn der pH Wert unter 7 ist. Ein pH Wert von 6 bedeutet, dass der Boden schwach sauer ist, ein pH Wert von 3 deutet auf einen stark sauren Boden hin. Bei einer zunehmenden Versauerung des Bodens sinkt der pH Wert.

Gründe dafür können die natürliche Verwitterung des Bodens sein und die Verwertung des organischen Materials im Boden. Aber auch menschlich verursachte Versauerung des Bodens findet durch den Eintrag von Säuren statt (Bsp. Saurer Regen, NOx).

Durch die zunehmende Versauerung des Bodens verändert sich das Stoffgleichgewicht im Boden. Gewisse Bestandteile lösen sich auf und gefährden dadurch das Pflanzenwachstum (z.B. Schwermetalle).


Bohrung

Bohrungen geben Aufschluss über die Untergrundverhältnisse. Für hydrogeologische Zwecke sind insbesondere Aussagen über den Aufbau und die Zusammensetzung der Gesteine, über die Lage des Grundwasserspiegels, über die Durchlässigkeit der Gesteine sowie über die Mächtigkeit der wasserführenden Schichten von Interesse.

Bohrungen werden für Baugrunduntersuchungen, für Kiesprospektion, für Erkundung und Erschliessung von Grundwasser oder für die Wärmenutzung im Untergrund durchgeführt.


Brand- und Explosionseigenschaften

Folgende Klassierungen nach Stoffeigenschaften sind im Zusammenhang mit Brand und Explosion von Bedeutung und werden in der Störfallverordnung für die Bestimmung der Mengenschwelle verwendet:

  • Brennbarkeit und Entzündlichkeit:

F1 leicht entzündlich und äusserst rasch abbrennend; bei Flüssigkeiten liegt der Flammpunkt unter 21 °C,
F2 entzündlich und rasch abbrennend; bei Flüssigkeiten liegt der Flammpunkt bei 21 °C bis 55 °C,
F3 leicht brennbar; bei Flüssigkeiten liegt der Flammpunkt über 55 °C bis 100 °C,
F4 mittel brennbar; bei Flüssigkeiten liegt der Flammpunkt über 100 °C,
F5 schwer brennbar;
F6 nicht brennbar,
AF Selbstentzündlichkeit,
HF Entwicklung brennbarer Gase bei Berührung mit Wasser.

  • Oxidierende Wirkung auf brennbare Stoffe:

O1   sehr starke Oxidationsmittel;
O2   starke Oxidationsmittel;
O4   schwache Oxidationsmittel;

  • Explosionsfähigkeit:

E1    hochexplosibel;
E2    explosibel, inkl. pyrotechnische Artikel.


Biochemischer Sauerstoffbedarf (BSB5)

Biochemischer Sauerstoffbedarf für den Abbau von Schmutzstoffen durch Mikroorganismen in 5 Tagen und bei einer Temperatur von 20° C, Mass für den Gehalt an abbaubaren organischen Schmutzstoffen. Wird vorwiegend bei ARA-Messungen gebraucht.


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