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114 Erdbewegungen

Bodenschutz

Oberboden

Erdarbeiten – die erste und letzte Phase bei Bauprojekten – stellen besondere Anforderungen an den Bodenschutz. Denn Boden ist äusserst empfindlich. Vor allem wenn er im nassen Zustand bearbeitet wird, besteht die Gefahr von langfristigen Schäden.

Deshalb ist es wichtig, die Massnahmen zum Bodenschutz bereits in der Planungsphase einzuleiten.

 

Bodenschutz beginnt mit der Bauplanung. Noch bevor die ersten Geräte auf der Baustelle auffahren, müssen die Spezialistinnen und Spezialisten der Planung und Architektur Massnahmen zum Bodenschutz einleiten. Die planerischen Vorgaben sind in der Ausschreibung aufzuführen und im Submissionsverfahren zu berücksichtigen.

Angaben im Baugesuchsformular G1

Baugesuchsformular

Auszug aus dem Baugesuchsformular G1 (Seite 2) --> vgl. dazu die nachfolgenden Ausführungen "Chemischer Bodenschutz"

Chemischer Bodenschutz

Aufgrund zahlreicher Untersuchungen ist bekannt, dass sich beispielsweise entlang von Strassen und Eisenbahnen, in den Kerngebieten grosser Siedlungen und auf Rebbauflächen Schadstoffe in der obersten Erdschicht angereichert haben. Bei Erdbewegungen besteht die Gefahr, dass belastetes Material in unbelastete Gebiete verschoben und dort sauberes Erdreich belastet wird. Dies gilt es zu vermeiden. Gebiete, in denen der Oberboden mit grosser Wahrscheinlichkeit mit Schadstoffen belastet ist, sind im Vollzugshilfsmittel „Prüfgebiete Bodenverschiebungen“ (PrüBo) festgehalten. Das PrüBo kann im Internet unter geoportal.ch eingesehen werden.

 

Bei Bauvorhaben, die sich im Bereich des PrüBo befinden und bei denen mehr als 50 m³ Oberboden (entspricht einer Fläche von rund 200 m²) verschoben werden sollen, sind Massnahmen erforderlich, die von der politischen Gemeinde anzuordnen sind.

Physikalischer Bodenschutz

Verdichtungen des Bodens sind die Folge von unsachgemässen mechanischen Eingriffen in den Boden durch den Einsatz von zu schweren Maschinen und Geräten, nicht fachgerechten Erdarbeiten und vor allem Arbeiten bei ungünstigen Witterungsbedingungen. Dies gilt es zu vermeiden. Ein intakter Boden unterstützt die Entwässerung des Grundstücks und verhindert Stauwasser und Vernässung. Spätschäden an Gebäuden wegen Nässe treten seltener auf, die Gefahr von überschwemmten Kellern und Garagen sinkt. Auf einem gesunden Boden lassen sich vielfältige Gartenanlagen gestalten, Wurzelfäulnis an Sträuchern und Bäumen sowie Moos im Rasen treten weniger häufig auf. Der Wert der Liegenschaft wird gesteigert.

 

Der physikalische Bodenschutz ist bei allen Bauvorhaben zu beachten, die mit grösseren Erdbewegungen verbunden sind. Dazu zählen vor allem Neubauten, namentlich Industrie-, Gewerbe- und Wohnbauten sowie Bürogebäude. Grössere Erdbewegungen können aber auch notwendig werden bei Erweiterungs- oder Anbauten oder beim Bau von Park-, Lager- und Spielplätzen. Massnahmen zur Vermeidung von Bodenverdichtung beim Bauen sind von der politischen Gemeinde anzuordnen, ausgenommen bei kantonalen Gewässern und Kantonsstrassen.

Rechtliche Grundlagen

Weitere Informationen

Aufgaben der st.gallischen Gemeinden beim Bodenschutz

Für einen wirksamen Bodenschutz auf der Baustelle

Tipps und Richtlinien für die Planung

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