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Bodenerosion

Bedeutende Bodenbelastung

Bodenerosion im Alpweidegebiet

Die Bodenerosion durch Wind und Wasser ist heute weltweit gesehen eine der bedeutendsten Bodenbelastungen überhaupt. Gesamtschweizerisch gefährdet die flächenhafte Bodenerosion rund 20 Prozent der offenen Ackerfläche und bringt die Schweiz jährlich gemittelt um 0.3 Millimeter Höhe. Der mittlere aktuelle Bodenabtrag auf dem schweizerischen Ackerland beträgt pro Jahr 840’000 Tonnen oder 2,1 Tonnen pro Hektar und Jahr. Laut einer Modellierung sind es im Kanton St.Gallen durchschnittlich 1.1 Tonnen pro Hektar und Jahr.

Mit dem Verlust der Bodenstabilität können sehr unliebsame Auswirkungen einhergehen: Rutschungen, Murgänge und geschiebereiche Hochwasser sind direkte Folgen davon. Der abgeschwemmte Boden ist nährstoffreich und kann in intensiv bewirtschafteten Regionen zu einer Überdüngung von Seen (Eutrophierung) führen. Gleichzeitig leidet das Pflanzenwachstum unter dem Verlust des humusreichen Oberbodens.

Ursache: ungeeignete Bewirtschaftung

Die Hauptursache für Erosion ist eine ungeeignete land- und forstwirtschaftliche Bewirtschaftung. Das Ausmass der natürlichen Bodenverluste kann durch ungünstige Bodenbearbeitung um das 10- bis 50fache verschärft werden. Erosion entsteht vorwiegend dort, wo der Boden durch übermässige Gewichtsbelastung - zum Beispiel durch Maschinen oder Viehtritt - soweit verdichtet wurde, dass das Wasser nicht mehr versickert. Es sammelt sich und fliesst gebündelt ab, frisst sich in die Tiefe und bildet Rinnen und Gräben. Besonders rasch wird der Boden dort erodiert, wo die Vegetation keinen Rückhalt mehr bietet. Anfällig für Erosion sind etwa brachliegende Äcker, übernutzte Weiden oder Rebberge ohne Begrünung sowie Fahrrinnen zum Beispiel im Wald. Allerdings findet diese Schädigung des Bodens schleichend und in langen Zeiträumen statt.

Situation im Kanton St.Gallen

Im westlichen Kantonsgebiet wird im Gegensatz zu früher weniger Ackerbau betrieben. Hier sind die Erosionsprobleme eher gering. Im östlichen Kantonsgebiet (v.a. Rheintal) ist der Ackerbau in der Ebene weit verbreitet. Hier ist die innere Erosion (Verschlämmung) der schluff- und tonreichen Schwemmlandböden ein Problem, da aus marktpolitischen Gründen zu wenig Rücksicht auf die ackerbauliche Eignung der Böden genommen wird. Nicht selten werden auch drainierte Moorböden in die Fruchtfolge einbezogen. Durch die ackerbauliche Nutzung derselben beschleunigt sich der Torfabbau und die Böden sacken in sich zusammen. Die ackerbauliche Nutzung von Moorböden gilt daher als nicht nachhaltig.

 

Im Graswirtschaftsgebiet des Kantons St. Gallen treten Erosionsprobleme aufgrund der geschlossenen Pflanzendecke und der Abwechslung von Schnitt- und Weidenutzung eher selten auf. Im Sömmerungsgebiet (Alpweiden) hingegen kommen Erosionsprobleme häufig vor. Sie sind meistens die Folge der permanenten Beweidung steiler Hänge mit schweren Tieren und bei nassen Bodenverhältnissen. Es bilden sich ausgeprägte Viehwege, die Grasnarbe wird beschädigt, in den Trittlöchern sammelt sich Wasser und die Hänge kommen ins Rutschen.

Schutzziel: Bodenfruchtbarkeit erhalten

Ziel ist es, durch eine standortgerechte Bewirtschaftung die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und die Bodenerosion zu vermeiden. Der wertvolle Oberboden darf nicht verloren gehen. Durch Vermeidung von Bodenerosion kann auch die Verschlämmung von Gewässerrinnen oder der Eintrag von unerwünschten Nährstoffen in Gewässer und Biotope verhindert werden.

Massnahmen: Bodenerosion vermeiden

Die Bodenerosion lässt sich am besten durch eine dem Standort angepasste Bewirtschaftung vermeiden. Die gilt sowohl für die acker- als auch futterbauliche Nutzung. Eine ausgewogene Fruchtfolge, die gezielte Anwendung von Direkt- oder Streifenfrässaat, der Einsatz bodenschonender  Maschinen und Geräte oder ein kluges Weidemanagement können viel zur Erhaltung der Ressource "Boden" beitragen. Die Beratung der St.Galler Landwirte zielt denn auch auf eine erosionsvermeidende Bewirtschaftung hin.

 

Gemäss eidgenössischer Sömmerungsbeitragsverordnung (SöBV) müssen auch Sömmerungs-, Hirten- und Gemeinschaftsweidebetriebe sachgerecht und umweltschonend bewirtschaftet werden. Bei ökologischen Schäden kann der Kanton Auflagen für die Weideführung und die Düngung verfügen und entsprechende Aufzeichnungen verlangen. Dadurch werden die Alpbewirtschafter zu einer erosionsvermindernden Weidenutzung angehalten. Hilfreiche Informationen diesbezüglich liefert das AGRIDEA-Merkblatt "Bodenerosion im Sömmerungsgebiet".

Von Bauern für Bauern

Der Kanton St.Gallen unterstützte in den Jahren 2000 bis 2010 das Projekt "Von Bauern für Bauern" zur Verbreitung von bodenschonenden Anbaumethoden. Entstanden ist dabei eine DVD welche in landwirtschaftlichen Schulen und bei Treffen eingesetzt werden kann. Die DVD stellt in 9 Kapiteln verschiedene Bauernfamilien vor, welche in den Bereichen Futterbau, Ackerbau und Weinbau bodenschonende Massnahmen betreiben und damit Erfolge erzielt haben. Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten der DVD finden Sie unter

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