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Vermeidung von Bodenverdichtungen beim Bauen

Bagger beim grossräumigen Bodenaushub

Der sachgerechte Umgang mit Boden lässt auf der Baustelle vielfach noch zu wünschen übrig. Termindruck, fehlende Sachkenntnis und geringe Wertschätzung gegenüber dem Boden führen zum Einsatz von zu schweren Maschinen und Geräten sowie zu nicht fachgerechten Erdarbeiten und Arbeiten bei ungünstigen Witterungsbedingungen. Die eidgenössische Verordnung über Belastungen des Bodens enthält Vorschriften über die Vermeidung von Bodenverdichtung beim Bauen. Der Vollzug dieser Vorschriften obliegt der politischen Gemeinde. Massnahmen zur Vermeidung von Bodenverdichtungen beim Bauen sind in der Regel im Baubewilligungsverfahren anzuordnen.

 

   

Detailaufgaben und Hinweise


A. Drei Grundregeln

 

Bei Bauarbeiten sind drei wichtige Regeln zum Vermeiden von Bodenschäden zu beachten:

  1. Die Arbeiten sind bei gut abgetrocknetem Boden auszuführen.
  2. Wo immer möglich soll bei Bauarbeiten der Boden nicht abhumusiert werden. Begrünter Boden trocknet schneller ab und ist tragfähiger. Oberboden regeneriert sich schneller als Unterboden.
  3. Es sind möglichst bodenschonende Maschinen und Verfahren einzusetzen.

 

 

B. Planung

Effektiver Bodenschutz beginnt mit der Bauplanung. Noch bevor die ersten Geräte auf der Baustelle auffahren, müssen die Spezialisten der Planung und Architektur Massnahmen zum Schutz des Bodens einleiten.

 

In diesem Zusammenhang kann auf das Merkblatt "Bodenschutz lohnt sich" verwiesen werden, welches nachfolgend unter den Hilfsmitteln zu finden ist.

 

Die Fläche des Eingriffs ist möglichst klein zu halten, also nie unnötig abhumusieren.

C. Befahrbarkeit und Maschinenauswahl

Es ist nur gut abgetrockneter Boden zu befahren. Je trockener der Boden, desto weniger tief wird er durch eine darüber fahrende Last zusammengedrückt.

Feuchtigkeitstest: Wenn ich ein Stück Boden in die Hand nehme und es kneten kann, ist der Boden zu feucht. Zur Messung der Bodenfeuchtigkeit können auch "Tensiometer" verwendet werden.

 

Es sollten immer die leichtesten Maschinen eingesetzt werden. Es ist in erster Linie das hohe Gewicht, welches Schadenverdichtungen verursacht. Raupenfahrzeuge sind gegenüber Radfahrzeugen zu bevorzugen.

D. Transportpiste anlegen

Wenn mehrmals am gleichen Ort durchgefahren werden muss, ist eine Transportpiste aus Kies, Bodenplatten oder Baggermatratzen anzulegen. Eine Transportpiste verteilt die Last und der Boden wird geschont.

E. Aushub, Zwischenlagerung, Wiederherstellung

Nur trockene Böden können ohne Schädigung und Folgeprobleme ausgehoben, zwischengelagert und eingebaut werden.

 

Ausgehobener Ober- und Unterboden müssen bis zur Wiederherstellung des Geländes getrennt und korrekt gelagert werden. Die Schütthöhen sind begrenzt, der Flächenbedarf muss bereits in der Projektphase ermittelt werden. Die Depots dürfen beim Schütten nicht befahren werden. Durch Begrünung wird das Bodenrnaterial geschützt und biologisch aktiv erhalten.

 

Bei der Wiederherstellung ist der natürliche Schichtaufbau  (Aushub - Unterboden - Oberboden) zu beachten. Die neu geschütteten Bodenschichten dürfen nicht befahren werden.



 

 

Gerichts- und Verwaltungspraxis

Quelle Entscheid
  keine Entscheide bekannt


 

Literatur

  • Praktischer Bodenschutz - Anleitungen für tiefbauliche Eingriffe in den Boden (siehe unter Publikationen)

 

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