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Umweltglossar


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Eintretenswahrscheinlichkeit

siehe WahrscheinlichkeitAufklapp-PfeilWahrscheinlichkeitDie Wahrscheinlichkeit (oft auch: Eintretenswahrscheinlichkeit) gibt im Zusammenhang mit dem Risiko an, wie häufig mit einem bestimm-ten Störfallszenario gerechnet werden muss.
Die in Risikoermittlungen verwendeten Wahrscheinlichkeitswerte werden entweder mithilfe regionaler oder globaler Branchenstatistiken abgeschätzt oder aber anhand der von den Herstellern angegebenen Versagenswahrscheinlichkeiten der Anlagekomponenten rechne-risch ermittelt.

Für Betriebe wird die Wahrscheinlichkeit in Ereignis pro Jahr (1/Jahr) angegeben, für Verkehrswege erfolgt die Angabe in Ereignis pro Jahr und 100 m Verkehrsweg (1/Jahr * 100 m).
RisikoStörfallszenario


Einwirkungen (StFV)

Als Einwirkungen gelten:

  • Luftverunreinigungen (z.B. Rauch, Russ, Staub, Gase, Aerosole, Dämpfe, Geruch)
  • Lärm, Erschütterungen
  • Druck
  • Wärmestrahlen
  • Gewässerverunreinigungen
  • Verunreinigungen des Bodens

Überschreiten Einwirkungen eine gewisse Intensität, können sie eine Schädigung der betroffenen Schutzobjekte (Bevölkerung, Infrastruk-tur, Wasserlebewesen, Bodenfruchtbarkeit, Trinkwasserqualität) in einem bestimmten Ausmass bewirken.


Einwirkungen (nachteilige) auf ein Gewässer

Verunreinigungen und andere Eingriffe, welche die Gestalt oder die Funktion eines Gewässers beeinträchtigen (Art. 4 GSchG). De facto ist es ein Synonym zu Beeinträchtigung.


Eisenbahnanlagen

Als Eisenbahnanlagen gelten Bauten und andere ortsfeste Anlagen von Eisenbahnunternehmen (Eisenbahngesetz, EBG, SR 742.101), die unmittelbar dem Transport oder dem Umschlag gefährlicher Güter dienen. Dazu gehören insbesondere die Geleise auf offener Strecke und in den Stationen, die Anschlussgeleise ausserhalb eines Betriebsareals sowie die Umschlagplätze. Nicht dazu gehören insbesondere die Lagerhäuser.


Elektromagnetische Strahlung

Elektromagnetische Strahlung kennen wir in unserer natürlichen und technischen Umwelt in verschiedenen Formen: Sichtbares Licht, UV-, Röntgen- und Wärmestrahlung gehören ebenso zum elektromagnetischen Spektrum wie Radio- und Mikrowellen und die elektrischen und magnetischen Felder von Eisenbahnen und der Stromversorgung. Physikalisch unterscheiden sich diese verschiedenen Strahlungen nur durch ihre Frequenz. Elektromagnetische Strahlung wird unterteilt in ionisierende Strahlung und nicht nichtionisierende Strahlung.


Elektrosmog

Die Gesamtheit der nichtionisierenden Strahlung, die uns umgibt, wird im Volksmund auch Elektrosmog genannt.


Emissionen

Luftverunreinigungen, Lärm, Erschütterungen und Strahlen werden beim Austritt aus Anlagen als Emissionen bezeichnet.


Entsorgung

Die Entsorgung von Abfällen umfasst ihre Verwertung oder Ablagerung sowie die Vorstufen Sammlung, Beförderung, Zwischenlagerung und Behandlung (vgl. Art. 7 Abs. 6bis USG) (vgl. auch Behandlung von Abfällen).


Entsorgungskonzept (für belastetes Aushub- und Abbruchmaterial)

Beim Bauen auf belasteten Standorten muss in einem Entsorgungskonzept dargelegt werden, ob für das belastete Aushub- und Abbruchmaterial Möglichkeiten zur Verwertung bestehen oder geschaffen werden können.


Erdgasleitungen

Rohrleitungsanlagen, die dem Bundesgesetz über Rohrleitungsanlagen zur Beförderung flüssiger oder gasförmiger Brenn- oder Treibstoffe unterstellt sind, fallen nicht in den Geltungsbereich der Störfallverordnung.
Für neue Erdgasleitungen mit einem Betriebsdruck über 5 bar muss jedoch im Rahmen des Umweltverträglichkeitsberichts das Ausmass der möglichen Schädigungen der Bevölkerung oder der Umwelt infolge Störfällen eingeschätzt und ggf. eine Risikoermittlung erstellt werden (Art. 7 der eidgenössischen Rohrleitungsverordnung, SR 746.11).


Erdwärme

Unter Erdwärme versteht man die nutzbare, erneuerbare Wärmeenergie der äusseren Erdkruste. Die Temperatur liegt in rund 15 Metern Tiefe konstant während des ganzen Jahres bei rund 10 °C. Bereits in 215 Metern Tiefe herrschen Temperaturen von rund 16 °C.


Erfahrungswert

Erfahrungswerte können beispielsweise als Qualitätsziele für die Trinkwasserqualität dienen. Sie sind nicht rechtsverbindlich.


Erneuerbare Energie

Erneuerbare Energie, auch regenerative Energie genannt, bezeichnet Energie aus nachhaltigen Quellen, die nach menschlichen Massstäben unerschöpflich sind. Das Grundprinzip der Nutzung erneuerbarer Energie besteht darin, dass aus den in unserer Umwelt laufend stattfindenden Prozessen Energie abgezweigt und der technischen Verwendung zugeführt wird. Als erneuerbare Energieformen gelten die Sonnenenergie (Solarthermie, Photovoltaik), Wind- und Wasserkraft (inkl. Gezeiten), Geothermie (Erdwärme) und die Energie aus der Verbrennung von Biomasse.


Erosion

Die Bodenerosion ist ein Vorgang, bei dem lockere Teile der Erdoberfläche, also insbesondere der Mutterboden, entweder durch Wasser fortgespült oder durch Wind weggeweht werden. Dadurch können ganze Regionen unfruchtbar werden. Erosionsprobleme in Ackerbaugebieten können durch angepasste Formen der Landbewirtschaftung vermindert werden. Vor allem eine ganzjährige Pflanzenbedeckung des Bodens bietet einen guten Schutz gegen Erosion.


Erschütterungen

Sie zählen zu den Einwirkungen nach Art. 7 Abs. 1 USG. Es handelt sich dabei um niederfrequente mechanische Schwingungen fester Körper. Vom USG werden Erschütterungen auch als Emissionen und als Immissionen erfasst. Das Regelungskonzept entspricht jenem für Lärm, doch hat der Bundesrat bisher keine Verordnungen erlassen. Die Vorschriften des Gesetzes sind deshalb direkt anwendbar (Emissionsbegrenzungen). In der Praxis werden private technische Normen herangezogen.


Ethylbenzol

Ethylbenzol (Ethylbenzen, Phenylethan) ist eine farblose, benzolähnlich riechende Flüssigkeit und gehört zu den aromatischen Kohlenwasserstoffen. Ethylbenzol ist eine leicht entzündliche Flüssigkeit die gesundheitsschädlich ist. Zur Erhöhung der Oktanzahl (Klopffestigkeit) wird Ethylbenzol dem Benzin beigemengt. Es dient als Lösungsmittel für Farben und ist ein wichtiger Ausgangsstoff für die Synthese von Styrol.


Eutrophierung

Als Eutrophierung wird der Vorgang bezeichnet, bei dem an einem Standort eine Nahrungs- und Nährstoffanreicherung erfolgt. Dieser Begriff wird für den Vorgang der Überdüngung durch natürliche und anthropogen bedingte Anreicherung und die dadurch auftretende Störung des biologischen Gleichgewichtes verwandt. Man unterscheidet hierbei zwischen aquatischer und terrestrischer Eutrophierung in Abhängigkeit davon, ob der Schadstoffeintrag in Gewässer oder in Form luftgetragener Emissionen in Böden erfolgt.

 

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird als Eutrophierung nur eine Überdüngung von Oberflächengewässern und Meeren verstanden. In der Natur läuft dieser Prozess zum Beispiel während des langsamen Alterns von Seen ab, aber er kann durch aus der Landwirtschaft stammendes abfliessendes Wasser (Einträge von Stickstoff (N) und Phosphor (P)) und durch Einleitung häuslicher und industrieller Abwässer beschleunigt werden.


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